Sechs Jahre nach Hanau: NRW-Städte gedenken der Opfer des rassistischen Anschlags
Sechs Jahre nach Hanau: NRW-Städte gedenken der Opfer des rassistischen Anschlags
Sechs Jahre nach einem der schwersten rechtsextremen Anschläge Deutschlands haben Städte in Nordrhein-Westfalen (NRW) der Opfer des Hanauer Massakers gedacht. Am 19. Februar 2020 ermordete ein rassistischer Attentäter neun Menschen – die meisten von ihnen unter 30 Jahre alt –, bevor er seine Mutter tötete und sich selbst das Leben nahm. Die Gedenkveranstaltungen erinnerten schmerzlich an die anhaltenden Folgen des Anschlags für Familien und Gemeinschaften.
Der Anschlag von Hanau ereignete sich am Abend des 19. Februar 2020, als ein rechtsextremer Täter zwei Shisha-Bars in der Stadt angriff. Acht der neun Opfer – Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kurtović, Vili Viorel Păun, Fatih Saraçoğlu und Ferhat Unvar – waren unter 30 Jahre alt. Kaloyan Velkov, ebenfalls ermordet, war 22. Ibrahim Akkuş, das älteste Opfer, starb im Januar 2023 im Alter von 70 Jahren an den Spätfolgen der bei dem Anschlag erlittenen Verletzungen.
In NRW organisierten Städte verschiedene Ehrungen für die Verstorbenen. In Köln zogen fast 1000 Menschen durch die Straßen, in Essen fand eine öffentliche Lesung statt, und Düsseldorf zeigte eine Ausstellung. In Aachen versammelten sich rund 300 Teilnehmer zu einer von antifaschistischen Gruppen organisierten Kundgebung, bei der Angehörige der Opfer bewegende Worte fanden und Konsequenzen forderten. Die Studentin Selin Eroglu nahm an der Veranstaltung in Aachen teil, um sich gegen Rassismus zu stellen und das Andenken an die Opfer wachzuhalten.
In Bochum veranstaltete das Integrationsbüro eine Gedenkfeier im Bermudadreieck, dem Ausgehviertel der Stadt, und setzte damit einen bewussten Kontrast zwischen der sonstigen Lebendigkeit des Ortes und der Schwere der Tragödie. In den kommenden Tagen sind weitere Veranstaltungen in ganz Deutschland geplant.
Die Gedenkfeiern machten die menschlichen Kosten des Anschlags und den anhaltenden Kampf gegen rechtsextreme Gewalt deutlich. Da ein weiteres Opfer Jahre später an den Folgen starb, wirken die Konsequenzen des Hanauer Massakers bis heute nach. Die Städte haben versprochen, die Geschichten der Opfer durch künftige Ehrungen und öffentliche Diskussionen lebendig zu halten.
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