Ex-Airbus-Chef Enders zerpflückt Deutschlands teure Kampfflugzeug-Pläne als "Hybris"

Jakob Mayer
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Ein deutscher Weltkriegs-Propagandaplakat mit einer Gruppe von Kampfflugzeugen in der Luft, mit Text, der die Flugzeuge und ihre Fähigkeiten beschreibt.Jakob Mayer

Ex-Airbus-Chef Enders zerpflückt Deutschlands teure Kampfflugzeug-Pläne als "Hybris"

Der ehemalige Airbus-Chef Thomas Enders hat Deutschlands Pläne für einen eigenentwickelten Kampfflugzeug als Ressourcenverschwendung kritisiert. In einem Kommentar vom Februar 2026 argumentierte er, das Land solle stattdessen den Fokus auf autonome Drohnensysteme legen oder mit Großbritannien und Schweden bei der Entwicklung von Kampfflugzeugen der nächsten Generation zusammenarbeiten. Seine Äußerungen stehen im Widerspruch zu Branchenverbänden, die weiterhin ein nationales Programm unterstützen.

Die deutsche Bundesregierung hat sich zu seinen Vorschlägen bisher nicht geäußert, obwohl Bundeskanzler Friedrich Merz kürzlich den bemannten Bestandteil des deutsch-französischen FCAS-Projekts infrage stellte – bedingt durch Meinungsverschiedenheiten mit Frankreich.

Enders bezeichnete ein allein von Deutschland betriebenes Kampfflugzeugprogramm als "industriepolitische Hybris", falls das ohnehin schon problematische FCAS-Projekt mit Frankreich scheitern sollte. Zwar räumte er ein, dass Deutschland über das technische Know-how für den Eigenbau verfüge, warnte jedoch vor immensen Kosten und Verzögerungen. Stattdessen plädierte er für eine Zusammenarbeit mit dem britischen GCAP-Programm oder Schweden, die er als tragfähigere Alternativen ansieht.

Seine Haltung bringt ihn in Konflikt mit dem Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI), der Gewerkschaft IG Metall und dem aktuellen Airbus-Chef Guillaume Faury, die allesamt ein nationales Kampfflugzeugprojekt befürworten. Enders bezeichnete zudem die Entscheidung von 2017, sich mit Frankreich statt mit Großbritannien zu verbünden, als "strategischen Fehler" und argumentierte, politische Spannungen und unterschiedliche Prioritäten hätten das FCAS-Projekt seitdem geschwächt.

Über bemannte Jets hinaus betonte Enders, dass die Zukunft der militärischen Luftfahrt in massenhaft produzierten, KI-gesteuerten Drohnen liege. Er warnte davor, einfach US-amerikanische Plattformen zu kaufen, und bestand darauf, dass Europa seine eigene industrielle und technologische Basis stärken müsse. Seine Aussagen spiegeln die wachsende Unsicherheit wider, ob Deutschlands nächstes Kampfflugzeug bemannt sein wird, unbemannt oder gemeinsam mit internationalen Partnern entwickelt wird.

Kanzler Merz hat zwar Zweifel am bemannten FCAS-Kampfjet wegen divergierender Anforderungen mit Frankreich geäußert, sich zu Enders' Vorschlägen einer Zusammenarbeit mit Großbritannien oder Schweden jedoch nicht geäußert. Die Regierung hat auf die konkreten Vorschläge bisher nicht direkt reagiert, sodass der weitere Weg unklar bleibt.

Enders' Kritik unterstreicht die tiefen Gräben in der deutschen Kampfflugzeugstrategie. Angesichts der Verzögerungen und politischen Reibereien im FCAS-Projekt erhöht sein Plädoyer für Drohnenentwicklung oder Partnerschaften mit Großbritannien und Schweden den Druck auf Berlin, seine Herangehensweise zu überdenken. Die Debatte dreht sich nun darum, ob Deutschland ein teures nationales Programm vorantreiben, die internationale Zusammenarbeit neu beleben oder den Schwerpunkt auf unbemannte Systeme verlagern wird.

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