Artenschutz-Skandal: Werden in Osterath seltene Amphibien vernachlässigt?

Miriam Weber
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Ein Schild an einem Kettenzaun trägt die Aufschrift "Keine Tiere erlaubt" und ist von grünem Gras, Pflanzen und Bäumen umgeben, mit einer Wand im Hintergrund und einem klaren blauen Himmel darüber.Miriam Weber

Artenschutz-Skandal: Werden in Osterath seltene Amphibien vernachlässigt?

Bedenken bei Artenschutz auf Amprion-Baustelle in Osterath

Die Aktionsgruppe Meerbusch für Tierrechte und Naturschutz wirft dem Netzbetreiber Amprion und der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) vor, beim Bau des Umspannwerks in Osterath geschützte Amphibien unzureichend zu schützen. Laut ihren Erhebungen gab es überstürzte Genehmigungen, mangelhafte Schutzzauninstallationen und vernachlässigte Artenschutzmaßnahmen.

Die Gruppe beobachtet die Baustelle seit 2023 und konzentriert sich dabei auf den Schutz seltener Arten wie der Kreuzkröte, eines Amphibs in Mitteleuropa. Trotz gesetzlicher Vorgaben wurden im vorgesehenen Ausgleichsgebiet keine neuen Mulden oder Senken als Laichgewässer für die Kröten angelegt.

Zudem dokumentierte die Gruppe Mängel beim Amphibien- und Reptilienschutzzaun. Amprion gab an, der Zaun sei bis zum 31. März 2023 fertiggestellt worden – doch Beweise zeigen, dass er erst Ende 2025 abgeschlossen war. Zwischen Juni 2023 und November 2025 gab es Lücken und fehlerhafte Montagen, wodurch Amphibien ungeschützt blieben. Zudem standen Zugangstore nachts offen, sodass Tiere in die Baustelle gelangen konnten.

Kritik gibt es auch am Genehmigungsverfahren der UNB: Die Baugenehmigung basierte auf einem ökologischen Begleitmonitoring, doch sieben der acht Seiten – inklusive aller Fotos – wurden geschwärzt. Kritiker sehen darin einen Mangel an Transparenz. Zwar erkennt die UNB seit 2023 fünf temporäre Gewässer als Laichplätze für den Kammmolch an, doch Aktivisten zweifeln an der Wirksamkeit dieser Maßnahmen.

Da ihre Anfragen unbeantwortet blieben, hat die Gruppe nun eine Fachanwältin für Umweltrecht beauftragt. Sie plant, rechtlich gegen die UNB und Amprion wegen mutmaßlicher Verstöße gegen den Artenschutz vorzugehen.

Die Erkenntnisse der Aktionsgruppe deuten auf mögliche Versäumnisse beim Schutz bedrohter Amphibien in Osterath hin. Mit der eingeleiteten Klage könnten Amprion und die UNB unter verstärkten Druck geraten, ihre Einhaltung der Naturschutzvorschriften nachzuweisen. Das Ergebnis könnte Präzedenzwirkung für künftige Bauprojekte in ökologisch sensiblen Gebieten haben.

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