Grüner Wasserstoff in Düren: 10-MW-Anlage läuft auf Sparflamme – warum die Auslastung so gering bleibt

Miriam Weber
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Drei Autos nebeneinander auf einem Parkplatz geparkt, mit einem Maschendrahtzaun und Gras im Hintergrund, ein Auto zeigt den Text 'Wasserstoff-betriebenes Fahrzeug'.Miriam Weber

Grüner Wasserstoff in Düren: 10-MW-Anlage läuft auf Sparflamme – warum die Auslastung so gering bleibt

Neue 10-MW-Elektrolyseanlage in Düren produziert grünen Wasserstoff für den Nahverkehr – doch die Auslastung bleibt weit hinter den Möglichkeiten zurück

In Düren ist eine neue Elektrolyseanlage mit einer Leistung von 10 Megawatt in Betrieb gegangen, die grünen Wasserstoff für den regionalen Verkehr erzeugt. Die Anlage im Brainergy Park in Jülich kostete rund 35 Millionen Euro, wobei 14,7 Millionen Euro aus Bundesmitteln stammten. Doch ihre aktuelle Produktion liegt weit unter der Kapazität: Bisher versorgt sie lediglich 20 Wasserstoffbusse in der Region.

Ursprünglich wurde die Anlage für eine Produktion von bis zu 180 Kilogramm Wasserstoff pro Stunde ausgelegt – das entspricht etwa 1.577 Tonnen pro Jahr. Langfristig strebt der Betreiber HyDN GmbH eine Jahresproduktion von 1.600 Tonnen an, vor allem für Mobilitäts- und Industriekunden. Doch derzeit verbrauchen die 20 Solaris-Wasserstoffbusse im Fuhrpark nur etwa 72 Tonnen pro Jahr – gerade einmal 4,6 Prozent der maximalen Kapazität der Anlage.

Der Betrieb bei einer so geringen Auslastung treibt die Kosten in die Höhe. Allein die Kapitalkosten schlagen mit 69 Euro pro Kilogramm produzierten Wasserstoffs zu Buche, während die Gesamtkosten – inklusive Strom und Wartung – zwischen 105 und 140 Euro pro Kilogramm liegen. Die jährliche Kapitalbelastung der Anlage beträgt etwa 4,97 Millionen Euro.

Die Emissionen der grünen Wasserstoffproduktion in Düren variieren je nach Berechnungsmethode. Pro Bus fallen zwischen 43,9 und 48,8 Tonnen CO₂ jährlich an. Würde die Elektrolyse jedoch mit dem deutschen Strommix betrieben, stiegen die Emissionen auf 81 bis 86 Tonnen pro Bus und Jahr. Zum Vergleich: Dieselbusse stoßen etwa 79,5 Tonnen CO₂ pro Jahr aus, während batterieelektrische Busse auf rund 34,2 Tonnen kommen.

Das Projekt startet zu einer Zeit, in der große Verkehrsbetriebe in der Region vermehrt auf batterieelektrische Busse setzen. Gleichzeitig hat der Bundesrechnungshof eine Neubewertung der deutschen Wasserstoffstrategie gefordert und deren Kosteneffizienz sowie Skalierbarkeit infrage gestellt.

Die Anlage in Düren verdeutlicht sowohl das Potenzial als auch die Herausforderungen von grünem Wasserstoff im Verkehrssektor. Bei hohen Produktionskosten und geringer Nachfrage bleibt die Effizienz begrenzt. Eine künftige Ausweitung hängt davon ab, weitere Abnehmer zu gewinnen und die Abhängigkeit vom Stromnetz zu verringern, um die Emissionen zu senken.

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