14 March 2026, 18:10

Willich baut Kita-Angebot um: Weniger Plätze, mehr Effizienz bis 2029

Eine Karte eines geplanten Wohnbaugebietes auf einem Blatt Papier, unterteilt in farbige Abschnitte mit Beschriftungen und Textangaben zu Gebäuden, Straßen und anderen Merkmalen.

Willich baut Kita-Angebot um: Weniger Plätze, mehr Effizienz bis 2029

Willich gestaltet seine Kinderbetreuungsangebote um – angesichts sinkender Nachfrage und knapper werdender Haushaltsmittel. Bis 2029 rechnet die Stadt mit 440 überschüssigen Kita-Plätzen, bedingt durch rückläufige Geburtenzahlen. Einige Einrichtungen werden geschlossen oder verlegt, während andere ausgebaut werden, um sich den veränderten Bedürfnissen anzupassen.

Eltern in den nördlichen Stadtteilen wie Anrath und Neersen klagen seit Langem über das begrenzte lokale Angebot, da sich die meisten Betreuungseinrichtungen im Bereich der Altstadt Willich konzentrieren. Nun passt die Stadt ihre Strategie an die sich wandelnde Demografie und die finanziellen Rahmenbedingungen an.

Die Kita St. Irmgardis wird zum Ende des Kita-Jahres 2026/2027 ihre Türen schließen. Statt leer zu stehen, wird das Gebäude an den privaten Träger Villa Kunterbunt vermietet. Die modernisierte Einrichtung soll dann erweiterte Leistungen anbieten, darunter Ganztagsbetreuung und Mittagsverpflegung, um mehr Kinder aufzunehmen.

Auch die Kita Alperhof zieht um – allerdings nicht in einen Neubau auf dem bisherigen Gelände, wie ursprünglich geplant. Die Stadt verwarf diese Pläne und entschied sich stattdessen für einen Umzug in das generationenübergreifende Projekt Reinershof. Das neue Vier-Gruppen-Haus wird dann neun Minuten mit dem Auto oder 16 Minuten mit dem Bus vom alten Standort entfernt liegen. Das bisherige Alperhof-Gebäude soll abgerissen werden.

Weitere Änderungen umfassen die schrittweise Schließung des DRK-Brückenprojekts Schatzkiste bis zum 31. Juli 2026. Das von der AWO betriebene Blaue Haus in Schiefbahn erhält seine freiwillige Förderung noch bis zum 31. Juli 2027, doch über eine mögliche Schließung wird bereits verhandelt.

Als Hauptgründe für die Umstrukturierung nennen Stadtvertreter den finanziellen Druck und die sinkende Nachfrage. Da die Geburtenrate in Nordrhein-Westfalen kontinuierlich zurückgeht – von 1,52 Kindern pro Frau im Jahr 2020 auf voraussichtlich etwa 1,4 im Jahr 2025 –, kann Willich den Bau zweier neuer städtischer Kitas nicht rechtfertigen. Stattdessen werden bestehende Angebote gebündelt, wo immer möglich.

Trotz dieser übergeordneten Trends gibt es jedoch kaum konkrete Daten dazu, wie sich demografische Veränderungen auf die Familienplanung in den nördlichen Stadtteilen Willichs auswirken. Öffentliche Quellen liefern wenig Aufschluss über lokale Geburtenraten oder Betreuungsbedarfe jenseits stadtweiter Prognosen.

Die Umgestaltung wird dazu führen, dass Willich bis 2029 mehr Kita-Plätze vorhalten wird als benötigt. Eltern in bisher unterversorgten Gebieten könnten durch Verlegungen und Erweiterungen besseren Zugang erhalten – auch wenn einige vertraute Einrichtungen wegfallen. Nun geht es darum, Effizienz mit den Bedürfnissen der Familien in einer sich wandelnden Bevölkerungsstruktur in Einklang zu bringen.

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