16 March 2026, 06:09

Betroffene fordern Gerechtigkeit: Dortmunder Treffen zum Missbrauchsskandal im Erzbistum Paderborn

Ein Buch mit Bildern verschiedener Räume, Flure und Artefakte der Katholischen Kirche, begleitet von Texten zur Geschichte und Bedeutung.

Betroffene fordern Gerechtigkeit: Dortmunder Treffen zum Missbrauchsskandal im Erzbistum Paderborn

Rund 200 Katholiken versammelten sich in Dortmund, um den Missbrauchsskandal durch Kleriker im Erzbistum Paderborn zu thematisieren. Die Zusammenkunft fand vor der für den 13. März 2026 geplanten Stellungnahme von Erzbischof Udo Markus Bentz statt und konzentrierte sich auf die Ergebnisse eines Berichts, der zwischen 1941 und 2002 insgesamt 485 Opfer und über 200 beschuldigte Geistliche dokumentiert.

Bei dem Treffen wurde zudem die Forderung nach finanziellen Entschädigungen, psychologischer Unterstützung und größerer Transparenz der Kirche laut.

Das Erzbistum Paderborn hatte seinen Bericht im März 2026 veröffentlicht und damit jahrzehntelangen Missbrauch mit Hunderten Betroffenen offenbart. Zwar hat Erzbischof Bentz zugesagt, die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu respektieren, doch die Deutsche Bischofskonferenz steht eine bundesweite Reaktion noch aus. Andere Bistümer wie Freiburg führen derweil eigene Untersuchungen zu strukturellen Versäumnissen durch.

Während der Dortmunder Veranstaltung forderte Michael Heltner, ein Überlebender von Kleriker-Missbrauch, angemessene finanzielle Entschädigungen und psychologische Betreuung für die Opfer. Ein weiterer Teilnehmer schlug vor, das Erzbistum solle ein Prozent seines Vermögens für Reparationen und Renten bereitstellen. Erzbischof Bentz versicherte den Anwesenden zwar, die Kirche werde Entschädigungen leisten, nannte jedoch keine konkreten Summen oder Zeitpläne.

Die Kirche hat zudem Schritte in Richtung Transparenz unternommen, indem sie QR-Codes auf den Gräbern von in Missbrauch verwickelten Bischöfen anbrachte. Wer diese Codes scannt, erhält Informationen über deren Leben und Vergehen. Darüber hinaus sprachen sich Teilnehmer für eine sichtbarere Begehung des Gebetstags für Opfer sexualisierter Gewalt am 18. November in den Gemeinden aus.

Erzbischof Bentz wird die Gespräche mit den Gläubigen in den kommenden beiden Tagen fortsetzen und dabei Schmallenberg sowie Rheda-Wiedenbrück besuchen, um sich direkt mit den Anliegen auseinanderzusetzen.

Das Treffen in Dortmund markiert einen weiteren Schritt in der anhaltenden Aufarbeitung des Missbrauchsskandals durch Kleriker. Überlebende und Teilnehmer drängen auf konkrete Maßnahmen, darunter finanzielle Unterstützung und mehr Offenheit. Die bevorstehende Stellungnahme von Erzbischof Bentz und weitere Gespräche könnten Klarheit darüber schaffen, wie das Erzbistum Paderborn künftig vorgehen wird.

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