NRW kündigt Porr-Vertrag: Rheinbrücke Leverkusen soll schneller fertig werden
Miriam WeberNRW kündigt Porr-Vertrag: Rheinbrücke Leverkusen soll schneller fertig werden
Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst hat die Entscheidung des Landes verteidigt, den Vertrag mit dem Baukonzern Porr für die neue Leverkusener Rheinbrücke zu beenden. Als Gründe nannte er systemische Mängel sowie schwerwiegende Fehler in den Stahlkomponenten, die zur Vertragsauflösung geführt hätten. Mit dem Schritt solle die Fertigstellung des Projekts beschleunigt werden.
Die neue Rheinbrücke besteht aus zwei parallelen Brückenbauwerken. Während die erste bereits in Betrieb ist, befindet sich die zweite noch im Bau. Die Arbeiten sollen bis Mitte 2028 abgeschlossen sein; die Montage der Pylone ist für September 2026 geplant.
Wüst bestätigte, die Kündigung des Vertrags gebilligt zu haben, um den Baufortschritt zu beschleunigen. Porr hat jedoch eine Gegenklage eingereicht. Das Unternehmen fordert über 200 Millionen Euro für erbrachte Leistungen sowie entgangene Aufträge aufgrund der Vertragsbeendigung.
Auch die Bundesregierung verklagt Porr und verlangt Schadensersatz in Höhe von mehr als 350 Millionen Euro. Der gesamte Rechtsstreit könnte sich inklusive Zinsen und Zeszinsen auf bis zu eine Milliarde Euro belaufen. Der Fall wird derzeit vor dem Landgericht Köln verhandelt.
NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) betonte, das Land erwarte unabhängig vom Ausgang des Verfahrens keine negativen Folgen. Der Rechtsstreit dauert derweil an, wobei beide Seiten erhebliche finanzielle Forderungen stellen. Das Projekt bleibt jedoch auf Kurs für eine Fertigstellung bis Mitte 2028. Der Staat hält die Vertragsbeendigung für notwendig, um Baumängel zu beheben und die termingerechte Umsetzung zu gewährleisten.
