Marodes Wuppertaler Polizeirevier: Sanierung scheitert an Mietstreit und Geldmangel
Miriam WeberMarodes Wuppertaler Polizeirevier: Sanierung scheitert an Mietstreit und Geldmangel
Polizeirevier in Wuppertal verkommt zusehends – Sanierung und Mietstreit blockiert
Ein Polizeigebäude in Wuppertal leidet unter massiven Bauschäden: Von Wasserschäden über Schimmelbefall bis hin zu Schädlingsplagen reicht die Palette der Probleme. Trotz laufender Notinstandsetzungen verschlechtert sich der Zustand des Standorts kontinuierlich. Gleichzeitig sind die Verhandlungen über seine Zukunft ins Stocken geraten – eine Lösung ist nicht in Sicht.
Die Polizeigebäude an der Müngstenstraße weisen gravierende Mängel auf, darunter Schimmel, undichte Stellen und statische Schäden. Die jährliche Miete für das marode Objekt beläuft sich derzeit auf rund vier Millionen Euro. Die bisherigen Provisorien konnten den Verfall jedoch kaum aufhalten.
Eine vollständige Sanierung würde die Mietkosten auf bis zu 30 Millionen Euro pro Jahr hochtreiben – eine Summe, die der Wuppertaler Polizepräsident kategorisch ablehnt. Seit Mitte Mai ist er aus den Gesprächen ausgeschlossen. Währenddessen besteht der Innenminister auf den Erhalt des Standorts, lehnt aber die höheren Mietforderungen ab. Der Finanzminister hat zwar 1,1 Milliarden Euro für die Polizeiinfrastruktur bereitgestellt, doch diese Mittel stehen erst ab 2030 zur Verfügung.
Zudem hat der Finanzminister 450 Millionen Euro an "haushaltsfreien Krediten" bewilligt – ein Schritt, den der Bund der Steuerzahler als verschleierte Schuldenpolitik kritisiert. Die Gespräche zwischen den Ministerien laufen zwar weiter, doch eine Einigung über die Sanierung oder den Mietstreit ist nicht in Sicht.
Das Wuppertaler Polizeirevier bleibt damit in desolatem Zustand, ohne dass sich kurzfristig eine Lösung abzeichnet. Sowohl die Mietverhandlungen als auch die Sanierungspläne sind festgefahren, während die dringend benötigten Mittel für Modernisierungen noch Jahre auf sich warten lassen. Die Zukunft des Standorts hängt von ungelösten Abstimmungen zwischen den Behörden ab.