Berliner Staatsoper feiert Beethoven-Jubiläum und lädt Timothée Chalamet ein
Miriam WeberWas die Staatsoper für die nächste Saison geplant hat - Berliner Staatsoper feiert Beethoven-Jubiläum und lädt Timothée Chalamet ein
Die Berliner Staatsoper Unter den Linden hat ein ehrgeiziges neues Programm für die kommende Spielzeit vorgestellt, das sechs Premieren sowie eine Mischung aus selten aufgeführten und klassischen Werken umfasst. Auf dem Spielplan steht auch ein persönlicher Favorit von Generalmusikdirektor Christian Thielemann, der zudem den Schauspieler Timothée Chalamet nach dessen jüngsten, viel diskutierten Äußerungen über die Oper zu einem Besuch eingeladen hat.
Das Festival 2027 wird mit Ludwig van Beethovens Neunter Sinfonie eröffnet und bezieht sich damit auf den 200. Todestag des Komponisten. Daneben bringt das Opernhaus Engelbert Humperdincks Königskinder (1910) auf die Bühne – ein Werk, das Thielemann besonders schätzt, sogar noch über Hänsel und Gretel. Weitere Höhepunkte sind Giacomo Puccinis Manon Lescaut (1893) und Gaspare Spontinis La Vestale (1807), die wegen ihrer dramatischen und musikalischen Bedeutung ausgewählt wurden.
Thielemann hatte Chalamet persönlich zu einer Aufführung von Wagners Tristan eingeladen, nachdem der Schauspieler öffentlich über die Oper gesprochen hatte. Intendantin Elisabeth Sobotka begrüßte die Aufmerksamkeit und betonte, dass Chalamets Äußerungen neue Impulse für die Opern- und Ballettszene gebracht hätten. Es ist das erste Mal seit zwei Jahren, dass ein großes Opernhaus auf eine von einem Prominenten ausgelöste kulturelle Debatte reagiert.
Trotz finanzieller Herausforderungen hat das Haus ein umfangreiches Programm auf die Beine gestellt. Geplant sind Gastspiele in Shanghai sowie eine Tournee durch Japan und Taiwan, die die internationale Ausstrahlung der Staatsoper weiter stärken sollen.
Die anstehende Spielzeit verbindet historische Jubiläen mit mutigen künstlerischen Entscheidungen und globaler Vernetzung. Unter Thielemanns Leitung und mit einer Mischung aus beliebten und weniger bekannten Werken festigt die Staatsoper ihren Ruf als kulturelles Zentrum. Die Einbindung Chalamets in die Diskussion markiert zudem einen seltenen Moment der Verbindung zwischen Oper und populärer Unterhaltungskultur.