Alkoholfreier Wein boomt: Warum Deutsche immer öfter zur leichten Alternative greifen
Jakob MayerImmer mehr Winzer konzentrieren sich auf alkoholfreie Weine - Alkoholfreier Wein boomt: Warum Deutsche immer öfter zur leichten Alternative greifen
Leichtere Weine mit weniger Alkohol liegen in Deutschland im Trend
Die Nachfrage nach leichteren, alkoholarmen Weinen steigt in ganz Deutschland. Diese Entwicklung zeigt sich deutlich auf der ProWein-Messe in Düsseldorf, wo in den kommenden drei Tagen Zehntausende Besucher erwartet werden. Gesundheitsbewusste Verbraucher treiben den Wandel voran und zwingen die Winzer, ihr Angebot anzupassen.
Die deutschen Weinberge umfassen rund 100.000 Hektar, wobei zwei Drittel in Rheinland-Pfalz liegen. Pro Jahr werden im Land etwa 1,5 Milliarden Liter Wein getrunken – das entspricht einem Durchschnittsverbrauch von 21,5 Litern pro Person ab 16 Jahren. Doch ein wachsender Anteil der Käufer greift mittlerweile zu alkoholfreien Alternativen.
Der Absatz von alkoholfreiem Wein stieg im vergangenen Jahr um 25 Prozent, auch wenn er mit nur 2 Prozent am Gesamtumsatz der Branche noch ein Nischenprodukt bleibt. Das Deutsche Weininstitut (DWI) führt dieses Wachstum auf eine bessere Qualität und ein größeres Angebot zurück. 2023 bot bereits jedes dritte deutsche Weingut alkoholfreie Varianten an – ein Anstieg um 33 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Auch im privaten Konsum verzeichneten alkoholfreie Weine einen deutlichen Aufschwung: 2023 kauften 44 Prozent mehr Haushalte solche Produkte als noch 2022. Diese Weine enthalten höchstens 0,5 Prozent Alkohol und liegen damit weit unter den 10 bis 13 Prozent herkömmlicher Weine. Der Trend spiegelt einen breiteren gesellschaftlichen Wandel wider, da immer mehr Verbraucher zu gesünderen Trinkgewohnheiten übergehen.
Die ProWein-Messe unterstreicht, wie sich die deutschen Winzer auf die veränderten Vorlieben einstellen. Mit einem wachsenden Angebot an alkoholfreien Weinen und steigenden Verkaufszahlen expandiert der Markt weiter. Die Entwicklung hin zu leichteren Weinen wird die Branche in den kommenden Jahren prägen.