Waschbär-Hunde überfluten den Heidekreis – Experten schlagen Alarm
Waschbär-Hunde breiten sich im Heidekreis dramatisch aus
Im Heidekreis ist die Population der Waschbär-Hunde – auch Marderhund genannt – auf besorgniserregende Werte angestiegen. Ursprünglich in Nordamerika beheimatet, haben sich diese invasiven Tiere in den letzten Jahrzehnten rasant in Deutschland ausgebreitet. Lokale Fachleute warnen nun, dass ihr Bestand ein Maß erreicht hat, das von den Gemeinden allein nicht mehr zu bewältigen ist.
Peter Westermann, Vorsitzender des örtlichen Jägerverbandes, zeigt sich alarmiert über die wachsende Zahl der Waschbär-Hunde. Er verweist auf ihr störendes Verhalten, etwa das Plündern von Nestern heimischer Vögel, Eichhörnchen und anderer einheimischer Arten. Zudem dringen die Tiere zunehmend in menschliche Siedlungen vor, suchen in Dachböden, Schornsteinen und Nebengebäuden nach Unterschlupf.
Die Zunahme der Population führt auch zu Konflikten unter Nachbarn: Während einige Anwohner die Waschbär-Hunde füttern, leiden andere unter den Folgen ihrer wachsenden Präsenz. Westermann kritisiert den falschen Umgang mit Wildtieren und betont, dass das Füttern das Problem nur verschärft.
Allein in Munster wurden im vergangenen Jahr 26 Waschbär-Hunde erlegt – im Vorjahr waren es noch keine. Seit Beginn der diesjährigen Jagdzeit am 1. April wurden im Stadtgebiet bereits über 70 Tiere geschossen. Trotz dieser Maßnahmen ist Westermann überzeugt, dass lokale Lösungen nicht mehr ausreichen. Er fordert flächendeckende Kontrollmaßnahmen, da vergleichbare Daten aus anderen betroffenen Gebieten – etwa ländlichen Wäldern oder Militärgeländen – bisher fehlen.
Die rasante Ausbreitung der Waschbär-Hunde erinnert an andere invasive Arten wie den Amerikanischen Nerz, der in Deutschland ebenfalls ökologische Schäden angerichtet hat. Ohne koordiniertes Eingreifen, so die Befürchtung von Experten, wird sich die Problematik weiter verschärfen.
Der Heidekreis steht nun vor einer Waschbär-Hund-Population, die mit lokalen Mitteln nicht mehr zu beherrschen ist. Mit über 70 erlegten Tieren allein in dieser Saison in Munster wird der Bedarf an überregionalen Managementstrategien immer deutlicher. Bleibt die Entwicklung ungebremst, dürften die Folgen für heimische Wildtiere und menschliche Siedlungen weiter zunehmen.






