Streit um Haushalt und Sanierungen eskaliert im Laufer Stadtrat
Im Stadtrat von Lauf eskalieren die Debatten über Haushaltsprioritäten und dringende Gebäudesanierungen. Die CDU fordert massive Kürzungen im Entwurf von Bürgermeister Marcel Kreutz, während Entscheidungen zu Schlüsselprojekten – darunter die Modernisierung des Jugendzentrums und der Hochwasserschutz für das Bürgerzentrum Bergischer Löwe – auf die nächste Vollsitzung des Rates am kommenden Dienstag vertagt wurden.
Der Haushaltsausschuss verschob die Beschlüsse zum diesjährigen Finanzplan, sodass mehrere drängende Fragen vorerst ungelöst bleiben.
Der Jugendhilfeausschuss hatte bereits Übergangslösungen für das Jugendzentrum Q1 am Quirlsberg befürwortet. Ein 250.000-Euro-Plan zur Verbesserung des Brandschutzes und der Elektroinstallationen stieß auf breite Zustimmung und sichert den Weiterbetrieb der Einrichtung, bis ein neues Jugendzentrum entsteht. Der künftige Standort in der Oberen Hauptstraße wird 250 Quadratmeter Gemeinschaftsfläche für Pfadfindergruppen und das Kita-Museum bieten, wobei die konkrete Nutzungsplanung später mit den künftigen Nutzern abgestimmt wird.
SPD-Mitglied Klaus Waldschmidt äußerte Zweifel an der Sinnhaftigkeit, 2,5 Millionen Euro in Teilsanierungen der Elektroanlagen des Bergischen Löwen zu investieren. Er plädierte dafür, abzuwarten, bis eine umfassende Sanierungsstrategie vorliegt. Doch Alexandra Meuthen, Leiterin des städtischen Liegenschaftsamts, warnte vor den Risiken einer Verzögerung: Die Gebäudetechnik sei in kritischem Zustand, und aufgrund der Lage bestehe eine hohe Hochwassergefahr.
Unterdessen wies SPD-Fraktionschef Waldschmidt auch darauf hin, dass ein Umzug des Q1-Jugendzentrums in die Alte Zentralwerkstatt wahrscheinlich, aber noch nicht endgültig beschlossen sei. CDU, Grüne und SPD einigten sich darauf, bestimmte Anträge im Haushaltsausschuss nicht abzustimmen und die Entscheidungen stattdessen in den Rat zu verlagern.
Mit nunmehr 31 Sitzen – verteilt auf CSU (8), Freie Wähler (7), Grüne (6), SPD (4), AfD (3), Die Linke (1) und FDP (1) – wird die nächste Ratssitzung am Dienstag entscheidend für die Finalisierung des Haushalts und der Personalplanung sein.
Der Rat steht nun vor der Herausforderung, konkurrierende Forderungen unter einen Hut zu bringen: akute Sanierungen zur Hochwasservorsorge im Bergischen Löwen, Übergangslösungen für das Q1-Jugendzentrum und übergreifende Haushaltsanpassungen. Über die Finanzierung und langfristigen Weichenstellungen wird in der Vollsitzung am Dienstag entschieden – und damit die Prioritäten der Stadt für das kommende Jahr festgelegt.






