Stadtplaner diskutieren in Solingen die Zukunft lebendiger Innenstädte ohne reine Einkaufsmeilen
Anton GüntherStadtplaner diskutieren in Solingen die Zukunft lebendiger Innenstädte ohne reine Einkaufsmeilen
Rund 30 Stadtplanerinnen und Stadtplaner aus etwa 20 Städten trafen sich kürzlich in Solingen, um über die Zukunft der Innenstädte zu diskutieren. Die Veranstaltung in der Gläsernen Werkstatt konzentrierte sich darauf, Fußgängerzonen neu zu beleben und an moderne Anforderungen anzupassen. Fachleute waren sich einig, dass veraltete, auf den Einzelhandel ausgerichtete Konzepte den heutigen Ansprüchen nicht mehr gerecht werden.
Das Treffen war Teil des NRW-Stadtentwicklungsnetzwerks, einem einzigartigen Bündnis von rund 160 Kommunen, die gemeinsam an gemeinsamen Herausforderungen arbeiten. Seit Januar 2025 umfasst das Netzwerk 21 mittelgroße und große Städte sowie drei Organisationen, die an urbanen Lösungen arbeiten.
Im Mittelpunkt der Diskussion stand Solingens eigene Strategie City 2030, die als Ausgangspunkt für weiterführende Debatten diente. Die Teilnehmer erkundeten, wie Fußgängerzonen zu lebendigen, vielseitig nutzbaren Räumen weiterentwickelt werden können – statt bloßer Einkaufsmeilen. Vorschläge umfassten mehr Wohnraum, attraktivere öffentliche Flächen und flexible Gestaltungsmöglichkeiten, die unterschiedliche Aktivitäten fördern.
Andreas Budde, Solingens stellvertretender Bürgermeister, betonte den Wert des gegenseitigen Lernens zwischen Städten. Kooperation und offener Austausch seien entscheidend, um dem Niedergang der Innenstädte entgegenzuwirken, so Budde. Die Arbeitsgemeinschaft Innenstadt im NRW-Stadtentwicklungsnetzwerk bot eine Plattform, um praktische Erfahrungen und innovative Ansätze auszutauschen.
Als positives Beispiel wurde Emsdetten hervorgehoben, das bereits zukunftsweisende Strategien umsetzt. Auch neue Mobilitätskonzepte – etwa die Öffnung von Fußgängerzonen für Radfahrer – wurden als Möglichkeit diskutiert, Stadtzentren zugänglicher zu gestalten. Die Teilnehmer waren sich einig, dass die Umgestaltung urbaner Räume mutige Entscheidungen, langfristiges Engagement und eine klare gemeinsame Vision erfordert.
Das NRW-Stadtentwicklungsnetzwerk ist bundesweit einzigartig, da es Kommunen aller Größenordnungen vereint. Durch den gemeinsamen Wissensaustausch wollen die Städte Fehler vermeiden und stattdessen auf bewährte Lösungen aufbauen.
Die Gespräche in Solingen deuteten auf einen Wandel hin: Weg von rein handelsdominierten Fußgängerzonen, hin zu anpassungsfähigen, menschenfreundlichen Räumen, die Wohnen, Freizeit und moderne Verkehrskonzepte vereinen. Mit 21 Städten, die nun aktiv Strategien über das Netzwerk teilen, könnte dieser Ansatz zum Vorbild für die Stadtentwicklung in der gesamten Region werden.






