"Radikale Freundlichkeit": Warum wir Ärger in Dankbarkeit verwandeln sollten
Anton Günther"Radikale Freundlichkeit": Warum wir Ärger in Dankbarkeit verwandeln sollten
Ein neues Buch mit dem Titel „Radikale Freundlichkeit“ schlägt einen ungewöhnlichen Umgang mit alltäglichen Frustrationen vor. Die Autorin rät, auf Ärger nicht mit Wut, sondern mit Liebe und Dankbarkeit zu reagieren – etwa indem man Menschen für kleine Unannehmlichkeiten dankt, etwa wenn sie den letzten Parkplatz wegschnappen oder die Bäckerei überfüllen.
Das Buch plädiert zudem für mehr Selbstmitgefühl. Statt sich selbst zu beschimpfen, will die Schriftstellerin künftig den Begriff „kognitiver Minimalist“ verwenden. Damit soll ein freundlicherer innerer Dialog gefördert werden.
Die Idee, Verärgerung in etwas Positives umzuwandeln, ist nicht neu. In Österreich wird Fluchen etwa mit einer Energiequelle oder sogar einer Form von Yoga verglichen. Einheimische empfinden langsame Fahrer auf der Südautobahn seltsamerweise als belebend – wie einen koffeinfreien Energiedrink.
Die sprachliche Kreativität in deutschsprachigen Ländern geht noch weiter: Allein die Österreicher haben über 50 Wörter für „Idiot“, darunter Dodel, Wappler, Vollkoffer, Gfrast, Häusl oder Nudelaug. Die Isländer wiederum sind berühmt für ihre mehr als 50 Begriffe, um verschiedene Schneearten zu beschreiben.
Die Botschaft des Buches passt zu kulturellen Eigenheiten, die Ärger in etwas Konstruktives oder Unterhaltsames verwandeln. Indem es Verärgerung als Chance für Freundlichkeit umdeutet, bietet die Autorin einen praktischen Ansatz für den Alltag. Besonders dort, wo Sprache und Humor ohnehin schon die kleinen Widrigkeiten des Lebens mildern, könnte diese Haltung Anklang finden.**






