Proteste an der Mailänder Scala nach drastischen Ticketpreiserhöhungen
Jakob MayerProteste an der Mailänder Scala nach drastischen Ticketpreiserhöhungen
Preiserhöhungen an der Mailänder Scala sorgen für Proteste
Zum ersten Mal seit zehn Jahren hat die Mailänder Scala die Ticketpreise angehoben – und damit Proteste ausgelöst, insbesondere unter den treuen Besuchern der oberen Ränge. Die Theaterleitung betont, die Anpassungen seien moderat und notwendig, um den Betrieb langfristig zu sichern.
Betroffen sind 36 Plätze in der zweiten Galerie, wo die Kosten um über 30 Prozent gestiegen sind. Auch die Abo-Preise für diese Sitze kletterten von 800 auf 1.050 Euro. Für die meisten anderen Plätze fällt die Erhöhung gering aus: Stehplatzkarten im Rang steigen beispielsweise von 45,56 auf 46,94 Euro zwischen den Spielzeiten 2025/26 und 2026/27.
Während der Premiere von Verdis Carmen kam es zu Protesten, als aus den oberen Rängen Flugblätter gegen die Preiserhöhungen geworfen wurden. Die „Loggionisti“, eine Gruppe engagierter Stammgäste, äußerten scharfe Kritik. Die Scala, ohnehin schon das teuerste Theater Europas nach den Salzburger Festspielen, begründete die Maßnahme mit anstehenden Tarifverhandlungen und der Notwendigkeit, Werkstätten umzusiedeln.
Intendant Fortunato Ortombina versicherte, unter seiner Führung gebe es keine weiteren Preiserhöhungen. Die aktuelle Kritik relativierte er: Nur 36 der insgesamt 531 Sitze seien betroffen. Zwar wirtschaftet das Haus derzeit mit Überschuss, doch die Kosten steigen. Die Einnahmen aus den Preisanpassungen sollen unter anderem die Werkstattverlegung und Vertragsverhandlungen finanzieren. Trotz der Empörung hält die Leitung die Auswirkungen für begrenzt.






