NRW plant Kernbetreuungszeiten in Kitas – mehr Stabilität oder Qualitätsverlust?
Anton GüntherNRW plant Kernbetreuungszeiten in Kitas – mehr Stabilität oder Qualitätsverlust?
Nordrhein-Westfalens neue Kinderministerin Verena Schäffer (Grüne) unterstützt umstrittene Pläne zur Einführung von Kernbetreuungszeiten in Kitas. Die vorgeschlagenen Änderungen sollen Personalmangel beheben und Familien die Planung erleichtern – Kritiker befürchten jedoch eine Verschlechterung der Betreuungsqualität.
Nach dem geplanten Kinderbildungsgesetz würden Kitas täglich fünf Stunden mit voll qualifiziertem Personal betrieben. Außerhalb dieser Kernzeiten übernähmen ergänzende Fachkräfte – mit nur zweijähriger statt dreijähriger Ausbildung – die Betreuung in den Randzeiten. Schäffer betont, das aktuelle System sei nicht mehr tragbar und verweist auf den anhaltenden Fachkräftemangel in der frühkindlichen Bildung.
Die Ministerin argumentiert, Kernzeiten brächten mehr Stabilität für die Personalplanung und bessere Planbarkeit für Eltern. Ähnliche Modelle in Bayern und Nordrhein-Westfalen, die zwischen 2010 und 2015 eingeführt wurden, führten zu gleichmäßigeren Personaldecken und einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Allerdings gab es auch Kritik, da sich die Gesamtöffnungszeiten verkürzten und der Druck auf das Personal stieg.
Internationale Beispiele zeigen gemischte Ergebnisse: Die Niederlande führten 2018 verbindliche Kernzeiten ein, was laut Berichten das Wohlbefinden der Kinder und die Flexibilität der Eltern verbesserte – in ländlichen Regionen gab es jedoch Probleme bei Finanzierung und Akzeptanz. Schwedens flexibles "Verksamtidsmodell" (seit 2009) erzielte ähnliche Erfolge, stieß aber ebenfalls auf finanzielle und logistische Hürden.
Gegner des Vorhabens warnen, dass weniger erfahrenes Personal in den Randzeiten die Betreuungsqualität mindern könnte. Schäffer hingegen pocht auf Anpassungsfähigkeit und fordert eine zuverlässigere Kinderbetreuung.
Das geplante Gesetz würde Kitas ermöglichen, ihr Personal nach Kern- und Randzeiten zu staffeln. Sollte die Reform beschlossen werden, könnte sie die Kinderbetreuung in Nordrhein-Westfalen grundlegend verändern – mit dem Ziel, Personalverfügbarkeit und Elternbedürfnisse in Einklang zu bringen. Ob sie gelingt, hängt maßgeblich davon ab, wie gut die ergänzenden Kräfte das reduzierte Stammpersonal entlasten.
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