05 April 2026, 10:09

Klimaprotest am Flughafen Köln/Bonn: Bewährungsstrafen für Aktivisten der Letzten Generation

Gruppe von Menschen vor einer Abflugtafel mit der Aufschrift "Abgesagt aufgrund der Klimakrise" mit Gepäckwagen und beleuchteter Decke.

Flughafenblockade: Gericht verurteilt Klimaaktivisten - Klimaprotest am Flughafen Köln/Bonn: Bewährungsstrafen für Aktivisten der Letzten Generation

Zwei Klimaaktivist:innen der Gruppe Letzte Generation hatten im August 2024 den Betrieb am Flughafen Köln/Bonn lahmgelegt, indem sie sich auf einer Rollbahn festklebten. Ihr Protest führte zu Flugausfällen, Umleitungen und erheblichen Verspätungen, von denen tausende Passagiere betroffen waren. Nun hat ein Gericht beide zu Bewährungsstrafen und gemeinnütziger Arbeit verurteilt.

Die Aktivist:innen – eine 45-jährige Frau und ein 27-jähriger Mann – waren auf das Flughafengelände gelangt, indem sie den Außenzaun mit Bolzenschneidern durchtrennten. Im Inneren klebten sie sich an einem kritischen Abschnitt der Start- und Landebahn fest. Die Aktion zwang zur Streichung von 20 Flügen, ein Flugzeug musste umgeleitet werden, und drei Maschinen kehrten zu ihren Gates zurück.

Fast ein Jahr nach dem Vorfall verurteilte das Kölner Amtsgericht das Duo wegen Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung. Der 27-Jährige erhielt eine elfmonatige Bewährungsstrafe, die 45-Jährige neun Monate – ebenfalls auf Bewährung. Beide müssen zudem jeweils 2.000 Euro an eine gemeinnützige Organisation zahlen und 300 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

Die Protestaktion hatte weitreichende Folgen: Rund 3.000 Passagiere waren direkt betroffen, weitere 13.000 erlebten indirekte Verspätungen. Der Flughafen bezifferte die Einnahmeausfälle auf mindestens 50.000 Euro. Ähnliche Aktionen der Letzten Generation fanden am selben Tag an den Flughäfen Berlin Brandenburg, Stuttgart, Nürnberg und Frankfurt statt und sorgten bundesweit für Reisechaos.

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Mit dem Urteil ist der Fall juristisch abgeschlossen, doch die finanziellen und logistischen Auswirkungen für den Flughafen bleiben spürbar. Die Strafen – Geldauflagen und Sozialstunden – spiegeln das Ausmaß der Beeinträchtigung wider. Der Protest war Teil einer größeren Welle klimabezogener Aktionen, die im vergangenen Sommer deutsche Verkehrsdrehscheiben ins Visier nahmen.

Quelle