Junge Menschen verlieren das Vertrauen in die Demokratie – was jetzt helfen könnte
Anton GüntherJunge Menschen verlieren das Vertrauen in die Demokratie – was jetzt helfen könnte
Eine neue Studie zeigt eine wachsende Unzufriedenheit mit der Demokratie unter jungen Menschen in Deutschland. Bundesbildungsministerin Karin Prien äußerte Besorgnis über zunehmenden Frauenhass, Extremismus und politische Gewalt, die sich gezielt gegen Jugendliche in Online-Medien richten. Die Ergebnisse belegen zudem, dass sich viele junge Menschen wünschen, politische Themen im Unterricht direkter zu behandeln.
Der Bericht verweist auf einen deutlichen Rückgang der demokratischen Unterstützung in jüngeren Altersgruppen. Nur noch 83 Prozent der 19- bis 29-Jährigen stehen hinter der Demokratie – ein spürbarer Rückgang im Vergleich zu früheren Jahren. Zudem sind lediglich 47 Prozent der jungen Menschen mit der Funktionsweise der Demokratie in der Praxis zufrieden.
Fast die Hälfte der Befragten glaubt, die Gesellschaft würde von einer starken Partei profitieren, die den Willen des Volkes vertritt. Diese Haltung hat die Forscher dazu veranlasst, die Bevölkerung in drei Gruppen einzuteilen: "Demokraten", "labile Demokraten" und "Demokratiegegner". Aktuelle Daten zur Unzufriedenheit bei 14- bis 18-Jährigen liegen jedoch seit 2022 nicht mehr vor.
Prien warnte, dass sich extremistische Botschaften rasant über soziale Medien, Chatgruppen und Gaming-Plattformen verbreiten. Die klassische politische Bildung in Schulen vermag es nicht, der Online-Radikalisierung entgegenzuwirken. Dennoch wünschen sich 76 Prozent der Jugendlichen mehr politische Diskussionen im Unterricht.
Die Studie legt nahe, dass eine verstärkte politische Bildung demokratische Kompetenzen fördern und die Frustration junger Menschen mit dem System verringern könnte.
Die Ergebnisse unterstreichen den dringenden Bedarf an besserer politischer Bildung in Schulen. Angesichts der zunehmenden Konfrontation junger Menschen mit extremistischem Inhalt im Netz stehen Lehrkräfte und Politiker unter Druck, gegenzusteuern. Der Bericht betont die Rolle der Schulen bei der Stärkung demokratischer Werte und der Bekämpfung wachsender antidemokratischer Tendenzen.






