Deutschlands Tischtennis-Team startet ohne Boll und Ovtcharov in neue Ära
Anton GüntherDeutschlands Tischtennis-Team startet ohne Boll und Ovtcharov in neue Ära
Deutschlands Tischtennis-Team betritt eine neue Ära – Europameisterschaft startet am Sonntag in Zadar, Kroatien
Zum ersten Mal seit Jahrzehnten wird die deutsche Mannschaft bei der am kommenden Sonntag beginnenden Europameisterschaft in Zadar ohne die Legenden Timo Boll und Dimitrij Ovtcharov antreten – beide haben ihre Karriere inzwischen beendet. Das Turnier markiert einen Wendepunkt für ein Team, das jahrzehntelang die europäische und weltweite Konkurrenz dominiert hat.
Die deutschen Herren zählten lange zu den absoluten Top-Teams: Neun Europameister-Titel, sechs Finalteilnahmen bei Weltmeisterschaften und vier olympische Medaillen in den letzten 20 Jahren sprechen für sich. Doch mit dem Rückzug von Boll (44) und Ovtcharov (37) hat sich das Durchschnittsalter der Mannschaft erhöht. Nun führen Benedikt Duda (31, Weltranglistenplatz 8), Dang Qiu (28, Platz 14) und Patrick Franziska (33, Platz 15) die Truppe an.
Bei den Damen gilt Annett Kaufmann als größtes junges Talent. Sabine Winter, aktuell die deutsche Nummer eins, hat sich mit 32 Jahren neu erfunden – sie wechselte die Belagart ihres Schlägers und passte ihren Spielstil an. Ein besonderer Blickwinkel kommt von Cheftrainerin Tamara Boros: Die Kroatin war 2003 die letzte Europäerin, die bei einer Weltmeisterschaft eine Einzelmedaille gewann.
Die Meisterschaft fällt zudem in eine Phase des Umbruchs für den Sport. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) kündigte kürzlich an, dass künftige Olympische Spiele die getrennten Mannschaftswettbewerbe der Männer und Frauen durch einen gemischten Teamwettbewerb ersetzen werden. Diese Änderung verleiht dem Turnier zusätzliche Bedeutung – es könnte eines der letzten im bisherigen Format sein.
Mit einer Mischung aus Erfahrung und neuen Gesichtern reist das deutsche Team nach Zadar. Seine Leistungen werden zeigen, wie gut es sich ohne die langjährigen Stars behaupten kann. Die Ergebnisse könnten auch den Weg für die Vorbereitung auf den neuen olympischen Mixed-Team-Wettbewerb in den kommenden Jahren weisen.






