11 April 2026, 10:09

Aus Tagebau Hambach wird Deutschlands größter künstlicher See – doch Kritik bleibt

Großer Tagebau mit einem zentralen See, umgeben von Bäumen und Gebäuden unter einem klaren blauen Himmel.

Aus Tagebau Hambach wird Deutschlands größter künstlicher See – doch Kritik bleibt

Aus dem ehemaligen Tagebau Hambach wird ein riesiger künstlicher See

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Der Energiekonzern RWE verwandelt den früheren Braunkohletagebau Hambach in einen gewaltigen Stausee. Das ehrgeizige Projekt soll einmal eine Fläche von 42 Quadratkilometern umfassen und eine Tiefe von bis zu 365 Metern erreichen. Kritiker äußern jedoch Bedenken hinsichtlich möglicher Umweltgefahren und verweisen auf die umstrittene Vergangenheit des Unternehmens in der Region.

Die Umgestaltung des Tagebaus Hambach beginnt im Jahr 2030, wenn RWE die Grube mit Rheinwasser flutet. Eine 45 Kilometer lange Pipeline, die bis zu 18.000 Liter pro Sekunde transportieren kann, wird das Wasser von Elsdorf aus in das Gebiet leiten. Bis 2033 soll der See etwa ein Drittel seiner geplanten Höhe erreichen, und bis 2040 wird eine Wasserfläche von 1.200 Hektar erwartet.

Erst um das Jahr 2080 wird der See sein vollständiges Volumen von 3,6 Milliarden Kubikmetern erreichen. Fertiggestellt wird er damit tiefer sein als der Bodensee – und zwar um mehr als 100 Meter. Doch das Vorhaben stößt auf Widerstand, insbesondere bei Umweltschützern.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) kritisiert, dass RWE ungefiltertes Rheinwasser nutzen will. Die Organisation warnt, dass chemische Rückstände und Arzneimittelspuren im Wasser das Ökosystem schädigen könnten. Andere werfen dem Konzern vor, in der Vergangenheit durch die Rodung des Hambacher Forstes für den Braunkohleabbau bereits massive Umweltschäden verursacht zu haben.

Der künstliche See wird zu einem der größten Gewässer Deutschlands. Seine Entstehung wird sich über Jahrzehnte hinziehen, wobei die schrittweise Flutung bis zum Ende des Jahrhunderts andauern wird. Umweltverbände beobachten weiterhin genau, welche Auswirkungen das Projekt auf die Wasserqualität und die lokalen Ökosysteme hat.

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