Deutschland baut eigenen Quantencomputer mit 30 Qubits bis 2026
Ein großes deutsches Vorhaben arbeitet an der Entwicklung eines vollständig eigenentwickelten Quantencomputers. Im Rahmen des QSolid-Projekts haben sich 24 Forschungseinrichtungen und Unternehmen unter der Leitung des Forschungszentrums Jülich zusammengeschlossen. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit 76,3 Millionen Euro gefördert.
Ziel ist der Bau eines Quantencomputers auf Basis supraleitender Chips, die deutlich geringere Fehlerraten aufweisen. Bis Dezember 2026 strebt das Team die präzise Steuerung von 30 Qubits mit fortschrittlichen Fehlerkorrekturmechanismen an. Ein Zwischenziel ist die Inbetriebnahme eines 10-Qubit-Prototyps, der über eine integrierte Softwareumgebung verfügt und Nutzern per Cloud-Zugang zur Verfügung stehen soll.
Eine Schlüsselrolle im Projekt übernimmt das Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme (IPMS). Sein Center for Nanoelectronic Technologies (CNT) bringt Expertise in der modernsten CMOS-Halbleiterfertigung ein. Das Institut entwickelt eine Methode, um CMOS-Steuerlogik direkt mit der Quantum Processing Unit (QPU) zu verbinden. Dieser Ansatz verringert die sonst übliche komplexe Verkabelung und die zahlreichen Verbindungen in Quantencomputern.
Das Fraunhofer IPMS spezialisiert sich auf angewandte Forschung für intelligente Industrieanwendungen, Medizintechnik und Mobilität. Die Abteilung CNT forscht an 300-Millimeter-Wafern für Halbleiterhersteller und F&E-Partner.
Mit dem QSolid-Projekt will Deutschland eine führende Position in der Quantencomputertechnologie einnehmen. Der Fokus auf niedrige Fehlerraten und hohe Qubit-Qualität könnte globale Maßstäbe setzen. Die Zusammenarbeit von akademischer Forschung und industriellem Know-how soll die Entwicklung beschleunigen.






