Christian Ulmen: Ex-Frau wirft ihm digitale Gewalt und Identitätsmissbrauch vor
Miriam WeberChristian Ulmen: Ex-Frau wirft ihm digitale Gewalt und Identitätsmissbrauch vor
Christian Ulmen, einst für seine skurrile TV-Persönlichkeit bekannt, sieht sich nun schweren Vorwürfen seiner Ex-Frau gegenüber.
Collien Fernandes wirft ihm vor, unter ihrem Namen gefälschte Online-Profile erstellt und explizite Inhalte ohne ihre Zustimmung verbreitet zu haben. Die Anschuldigungen reihen sich ein in eine wachsende Zahl von Fällen, in denen Frauen über digitale Gewalt durch Männer berichten.
In den mittleren 2000er-Jahren wurde Ulmen als Darsteller furchtbarer Freunde in der ProSieben-Realityshow "Mein neuer Freund" bekannt. Seine Figur, Alexander von Eich – ein reicher, aristokratischer Snob –, entwickelte sich zur Kultfigur. Doch abseits der Kamera nahm sein Verhalten eine düstere Wendung.
Fernandes, seine Ex-Frau, beschuldigt ihn nun, sie im Internet impersoniert, pornografisches Material unter ihrem Namen verbreitet und sogar ihr Profil für Datingzwecke missbraucht zu haben. Sie bezeichnete die Erfahrungen als "virtuelle Vergewaltigung". Ihre öffentlichen Aussagen spiegeln den Appell der Überlebenden Gisèle Pelicot wider: "Die Scham muss die Seite wechseln."
Ulmens umstrittene TV-Vergangenheit umfasst auch die Mitentwicklung und Moderation der Show "Wer will meine Freundin vögeln?" (2004), in der Männer sich in erniedrigenden Challenges maßen, um zu beweisen, wer die "heißeste" Freundin habe. Aufgaben wie das Einsammeln von Komplimenten in Cafés oder das Zählen von Anmacheversuchen in Bordellen sorgten für massive Kritik wegen des frauenfeindlichen Tons.
Die Beziehung des Paares wurde 2010 öffentlich und zog Medienaufmerksamkeit auf sich. Nun zeichnen Fernandes' Vorwürfe ein düsteres Gegenbild zu Ulmens komödiantischem Image.
Ihr Fall steht nicht allein: Immer mehr Männer werden beschuldigt, Frauen digital zu missbrauchen. Die Anschuldigungen gegen Ulmen zeigen die realen Folgen von Online-Belästigung. Die rechtliche und öffentliche Auseinandersetzung mit solchem Verhalten nimmt weiter zu.






