Bottrop diskutiert reproduktive Rechte beim literarischen Abend zum "Safe Abortion Day"
Anton GüntherBottrop diskutiert reproduktive Rechte beim literarischen Abend zum "Safe Abortion Day"
Bottrop veranstaltet literarischen Abend zum "Safe Abortion Day"
Am 26. September 2025 fand in Bottrop eine literarische Veranstaltung statt, die den bevorstehenden Internationalen Tag für sichere Abtreibung thematisch einrahmte. Organisiert vom Gleichstellungsbüro der Stadt las die Autorin Nora Burgard-Arp aus ihrem Debütroman Wir nicht, der ein düsteres Zukunftsszenario entwirft, in dem die reproduktiven Rechte von Frauen drastisch eingeschränkt sind. Das Thema löste unter den Anwesenden eine angeregte Diskussion aus.
Im Mittelpunkt von Burgard-Arps Roman steht Mathilda, eine junge Frau, die angesichts von Ungerechtigkeit schweigt – bis eine ungewollte Schwangerschaft sie zum Handeln zwingt. In einem System, das ihr die Selbstbestimmung verweigert, ergreift sie radikale Maßnahmen, um die Kontrolle über ihren eigenen Körper zurückzugewinnen. Die Handlung beleuchtet zudem die Sprache rechtsextremer Gruppen, die die Autorin durch die Analyse von Telegram-Chats recherchiert hat.
Die Lesung fand im Filmforum der VHS Bottrop statt, zwei Tage vor dem Internationalen Tag für sichere Abtreibung – einer jährlichen globalen Kampagne, die sichere Abtreibung als grundlegendes medizinisches Recht einfordert. Im Anschluss an die Veranstaltung entwickelte sich eine lebhafte Debatte über politische Verantwortung und die Frage, wie eine solche dystopische Zukunft verhindert werden kann.
Deutschland regelt Abbrüche seit 1871 im Strafgesetzbuch – ein Fakt, den Vertreter:innen der Stadt Bottrop im Rahmen der Veranstaltung als dringenden Reformbedarf hervorhoben. Burgard-Arp bietet zudem kostenlose Schullesungen an, sofern Lehrkräfte sie einladen, und trägt so die Diskussion auch in jüngere Zielgruppen.
Die Veranstaltung verband Literatur mit aktivistischem Engagement und nutzte fiktionale Erzählungen, um bestehende Gesetze infrage zu stellen. Sowohl der Roman als auch die anschließende Debatte unterstrichen den anhaltenden Kampf um reproduktive Rechte. Bottrops Einsatz reiht sich damit in die weltweiten Forderungen nach Veränderung ein – in Deutschland wie international.






