06 May 2026, 07:04

Bielefelds düstere Bilanz: Politische Straftaten steigen 2024 um 32 % – doch Gewalt geht zurück

Gruppe von Menschen mit einem Transparent mit der Aufschrift "Öffnet die Grenzen, rettet Leben, kämpft gegen Faschismus" vor einem Gebäude mit Glasfenstern und einem Pfahl, mit einem Fahrrad und einer Tasche auf der Straße.

Bielefelds düstere Bilanz: Politische Straftaten steigen 2024 um 32 % – doch Gewalt geht zurück

Bielefeld verzeichnet 2024 deutlichen Anstieg politisch motivierter Kriminalität

In Bielefeld ist die Zahl der politisch motivierten Straftaten (PMS) im Jahr 2024 stark angestiegen. Die registrierten Delikte nahmen im Vergleich zum Vorjahr um 32,2 % zu und erreichten mit 1.163 Fällen einen neuen Höchststand. Die Polizei führt diesen Anstieg maßgeblich auf die Europawahl sowie eine Zunahme von Vorfällen in Zusammenhang mit sozialen Medien zurück.

Wie aus dem aktuellen Jahresbericht der Bielefelder Polizei hervorgeht, hat sich das Kriminalitätsmuster deutlich verändert. Zwar stieg die Gesamtzahl der PMS-Delikte, doch gewalttätige Übergriffe gingen um 62 % zurück – von 58 Fällen im Jahr 2023 auf nur noch 22 im Jahr 2024.

Soziale Medien als Haupttreiber Eine zentrale Rolle bei der Zunahme spielten soziale Medien: Die dort begangenen Straftaten stiegen von 96 auf 166, wobei 99 davon als Hasspostings eingestuft wurden. Mehr als die Hälfte dieser Hetze (50,4 %) war rechtsextremistisch motiviert – ein deutliches Zeichen dafür, wie sich extremistisches Gedankengut weiterhin online verbreitet.

Auch antisemitische Straftaten wurden im Bericht erfasst: Insgesamt 56 Fälle, von denen 34 dem rechtsextremen Spektrum zugeordnet wurden. Trotz des Anstiegs blieb die Aufklärungsquote bei PMS-Delikten mit 36,54 % unverändert – seit 2019 auf diesem Niveau.

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Der vollständige PMS-Jahresbericht 2024 steht auf der Website der Bielefelder Polizei für weitere Details zur Verfügung.

Trends: Weniger Gewalt, mehr Hass im Netz Der Anstieg politisch motivierter Straftaten spiegelt übergeordnete Entwicklungen wider, die mit politischen Ereignissen und der Digitalisierung zusammenhängen. Zwar ist die Zahl der Gewaltdelikte deutlich gesunken, doch Hetze und extremistische Inhalte in sozialen Medien nehmen zu. Die Polizei beobachtet diese Trends weiterhin genau.

Quelle