13 June 2026, 16:06

Angélica Liddells provokante Mishima-Hommage feiert Wiener Premiere

Wien-Festival: Ritualisierte Todesekstase

Angélica Liddells provokante Mishima-Hommage feiert Wiener Premiere

Angélica Liddells neueste Inszenierung Seppuku: Die Beerdigung Mishimas oder die Lust am Sterben hatte Premiere am Wiener Volkstheater. Das Stück ist Teil der Wiener Festwochen 2024, die sich in diesem Jahr mit den Themen Leben, Tod und dem Makabren auseinandersetzen.

Die Aufführung kreist um das Leben und den rituellen Selbstmord des japanischen Schriftstellers Yukio Mishima. Liddell inszeniert seinen Seppuku auf der Bühne neu und verbindet explizite, eindringliche Performance-Kunst mit düster-humorvollen Momenten, darunter einen Auftritt eines Bodybuilders. Die Produktion erkundet zudem das Leben und den Tod fremder Menschen durch ihre Kleidung.

In einer besonders prägnanten Szene lassen Liddell und eine Mitspielerin Blut fließen und vermischen es auf der Bühne. Den Höhepunkt bildet eine ekstatische Rechtfertigung des Suizids. Das Werk speist sich aus persönlicher Erfahrung: Am 7. Januar 2024 war Liddell in Madrid Zeugin des Suizids einer Frau.

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Die Inszenierung bringt intensive, provokante Themen auf das Festival. Sie beleuchtet Mishimas Tod und stellt grundsätzliche Fragen zur Sterblichkeit – erzählt in einer kühnen, körperbetonten Sprache. Das Publikum bleibt mit eindringlichen, beunruhigenden Bildern und einer direkten Konfrontation mit dem Thema Suizid zurück.

Quelle