Zufit Simons The Fight Club feiert Uraufführung beim Best OFF Festival in Hannover
Anton GüntherZufit Simons The Fight Club feiert Uraufführung beim Best OFF Festival in Hannover
Zufit Simons neues Werk The Fight Club eröffnet am 23. April das Best OFF Festival für Independent-Theater in Hannover. Die in Israel geborene Choreografin, die heute in Deutschland lebt, prägt seit 25 Jahren mit ihrer Arbeit die Grenzen des zeitgenössischen Tanzes neu. Ihr jüngstes Stück markiert einen kühnen Schritt hin zu Themen wie Kampf und männlicher Energie.
Simon, 1980 in Israel geboren, zog bereits früh in ihrer Karriere nach Deutschland. 2019 experimentierte sie in Foams mit radikalen Formen – einem Solo, das unchoreografierte Bewegungen, Stimmarbeit und technische Verzerrungen verband. Ein Jahr später brach Strange Foreign Bodies weiter mit Konventionen: Die Performenden, darunter Simon selbst, traten erstmals nackt auf.
Ihr Ansatz wird oft mit der molekularen Küche verglichen: Jedes Element wird auf das Wesentliche reduziert, behält dabei aber seine volle Intensität. Kritiker heben hervor, wie ihre Choreografien Bewegung auf ihren Kern zurückführen, ohne die emotionale Wucht zu verlieren.
Simons Karriere war nicht ohne Rückschläge. 2016 strich das Niedersächsische Ministerium für Kunst und Kultur die konzeptionelle Förderung für ihre Projekte. 2024 musste dann das LOT-Theater, wo viele ihrer Werke uraufgeführt wurden, wegen Insolvenz schließen. Dennoch fand sie Unterstützung in Dietrich Oberländers artblau Tanzwerkstatt in Braunschweig, die ihre Arbeiten weiter produzierte.
Die Anerkennung kam 2025: Mit 45 erhielt sie den Münchner Tanzpreis für ihr Lebenswerk. Nun zeigt The Fight Club eine weitere Entwicklung – hin zu Aggression und körperlicher Konfrontation als zentrale Themen.
Die Uraufführung des Stücks fällt in eine prägende Phase von Simons Schaffen, zwischen Rückschlägen und großen Ehrungen. Die Auseinandersetzung mit Kampf und männlichen Dynamiken fügt ihrem Werk eine neue Ebene hinzu. Das Publikum des Best OFF Festivals erlebt damit die nächste Stufe ihres künstlerischen Weges.






