Willich beschließt Haushalt 2026 in Rekordzeit – doch die Kritik bleibt
Miriam WeberWillich beschließt Haushalt 2026 in Rekordzeit – doch die Kritik bleibt
Willicher Stadtrat verabschiedet Haushalt 2026 in Rekordzeit
Der Stadtrat von Willich hat den Haushalt für 2026 in Rekordzeit einstimmig verabschiedet – die Sitzung dauerte weniger als zwei Stunden. Die Entscheidung fällt in eine Phase, in der die Verwaltung unter Druck steht: Steigende Kinderbetreuungskosten und Forderungen nach strengerer Haushaltsdisziplin prägen die Debatte. Eltern und Oppositionsgruppen hatten zuvor geplante Gebührenerhöhungen scharf kritisiert und damit eine hitzige Diskussion vor der Abstimmung ausgelöst.
Die Haushaltsberatungen verliefen zügig, wobei sich alle Fraktionen auf fünfminütige Wortbeiträge beschränkten. Trotz des Tempos wurden Bedenken zur finanziellen Lage der Stadt laut. Die Grüne Fraktion stimmte zwar dem Haushalt zu, betonte jedoch, dass dringend Maßnahmen erforderlich seien, um die Finanzen zu stabilisieren.
Eltern in Willich hatten sich zuvor verärgert über Pläne geäußert, die Kita-Gebühren zu erhöhen und die jährliche Kostenanpassung anzuheben. Der Jugendhilfeausschuss hatte sowohl die Geschwistergebühren als auch die geplante höhere Anpassung der Betreuungskosten abgelehnt. Der Stadtrat entschied später jedoch, an der bisherigen Praxis festzuhalten und in Kindergärten keine ermäßigten Geschwistergebühren zu erheben.
Mit einer Mehrheit wurde anschließend die jährliche Gebührenanpassung im Kita-Bereich von zwei auf drei Prozent erhöht – und diese Erhöhung dauerhaft verankert. Die SPD stimmte zwar dem Haushalt zu, pochte aber darauf, Familien vor Kürzungen zu schützen und stattdessen bei nicht essenziellen Ausgaben zu sparen. Ihre Vorschläge umfassten unter anderem den Rückbau von Innenraumbegrünung, die Reduzierung bestimmter Nachhaltigkeitsprojekte und weitere Einsparmaßnahmen.
Die SPD begrüßte zwar den Einsatz des Bauturbos, um den sozialen Wohnungsbau zu beschleunigen, kritisierte aber die Streichung des Zuschusses für das Deutschlandticket für anspruchsberechtigte Studierende. Mit dem Inkrafttreten des Haushalts im Juli müssen Verwaltung und Politik nun den Spagat zwischen finanziellen Zwängen und der wachsenden Unzufriedenheit über steigende Kosten meistern.
Der Haushalt 2026 tritt im Juli ohne Gegenstimmen in Kraft. Die Kinderbetreuungsgebühren steigen dann jährlich um drei Prozent, während die Geschwisterermäßigungen unverändert bleiben. Gleichzeitig zeigen die Sparvorschläge der SPD und die Warnungen der Grünen, dass die finanziellen Herausforderungen für die Stadt weiter bestehen.






