Wilhelm-Heinrich-Riehl-Kolleg in Düsseldorf droht die Schließung nach 65 Jahren
Jakob MayerWilhelm-Heinrich-Riehl-Kolleg in Düsseldorf droht die Schließung nach 65 Jahren
Die Zukunft des Wilhelm-Heinrich-Riehl-Kollegs in Düsseldorf-Lierenfeld steht auf dem Spiel. Das 1958 gegründete und 1961 offiziell anerkannte Kolleg ermöglicht Erwachsenen, in vier bis sechs Semestern die Fachhochschulreife oder das Abitur nachzuholen. Doch wichtige Förderer ziehen sich zurück – die Weiterführung der Einrichtung ist ungewiss.
Im Gegensatz zu vielen Abendschulen arbeitet das Kolleg als Tagesbildungseinrichtung. Es entstand aus einer Kooperation zwischen der Industrie- und Handelskammer (IHK), der Handwerkskammer (HWK) und der Stadt Düsseldorf, um Berufstätigen den Weg zu höheren Abschlüssen zu ebnen. Doch die Schülerzahlen sinken seit Jahren: von 314 im Jahr 2019 auf nur noch 204 im Jahr 2024.
Die IHK hat ihre Unterstützung bereits eingestellt, die HWK wird ihr Engagement zum 31. Dezember 2024 beenden. Ohne diese Partner könne die Stadt das Kolleg nicht allein tragen, erklärt Stadtdirektor Burkhardt Hintzsche.
Doch Schüler:innen und Mitarbeiter:innen wehren sich gegen das Aus. Am 1. Oktober 2023 starteten sie eine Online-Petition, die bisher über 1.730 Unterschriften sammelte. Am 29. Oktober folgten Demonstrationen für den Erhalt der Bildungseinrichtung.
Aktuell wird mit der Landesregierung nach einer Lösung gesucht. Die endgültige Entscheidung über das Schicksal des Kollegs fällt am 11. November 2023.
Sein Fortbestand hängt nun von einem neuen Finanzierungsmodell oder einer tragfähigen Unterstützerstruktur ab. Scheitern die Verhandlungen, droht die Schließung – und erwachsene Lernende hätten weniger Möglichkeiten, höhere Abschlüsse zu erwerben. Die Ankündigung am 11. November wird den weiteren Weg weisen.






