26 March 2026, 22:10

Wie das ZDF den YouTube-Kanal Clownswelt unfreiwillig zum Erfolg machte

Plakat mit einem Zitat aus "Building a Better America", das soziale Medien für Experimente an Kindern zu Geldzwecken kritisiert, dekoriert mit Sternen.

Wie das ZDF den YouTube-Kanal Clownswelt unfreiwillig zum Erfolg machte

Ein kürzlich ausgestrahlter Beitrag des ZDF Magazin Royale über den YouTube-Kanal Clownswelt hat für Aufsehen gesorgt. Statt den Kanal zu schwächen, führte die Berichterstattung zu einem deutlichen Anstieg an Abonnenten und Einnahmen. Kritiker fragen nun, ob der Ansatz nach hinten losging und genau jenen Einfluss verstärkte, den man eigentlich eindämmen wollte.

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Der Streit begann, als das von Jan Böhmermann moderierte ZDF Magazin RoyaleClownswelt in einem kritischen Bericht vorstellte. Die Sendung wirft dem Kanal – gemeinsam mit einer Untersuchung von Zeit Online – vor, rechtsextremes Gedankengut zu verbreiten. Die vorgelegten Beweise, darunter die Bewerbung satirischer Videos des jüdischen Komikers Schlomo durch den YouTuber, konnten jedoch keine überzeugenden Verbindungen zu extremistischen Kreisen nachweisen.

Die Gegenreaktion ließ nicht lange auf sich warten. Nutzer in sozialen Medien und konservative Medien warfen den Journalisten vor, "Doxxing" zu betreiben und Methoden wie beim Staatssicherheitsdienst der DDR anzuwenden. Einige brachten sogar eine mögliche Verletzung des § 126a des Strafgesetzbuchs ins Spiel, der die öffentliche Gewaltverherrlichung unter Strafe stellt. Unterstützer von Clownswelt mobilisierten sich, was die Sichtbarkeit und die finanziellen Erträge des Kanals weiter steigerte.

Kritiker ziehen Parallelen zu den Taktiken linker antifaschistischer Gruppen, die durch ihre Angriffe oft die Reichweite ihrer Ziele vergrößern. Unterdessen nutzten die AfD und ihre Verbündeten die Kontroverse, um sie als weiteren Beleg für eine angebliche Voreingenommenheit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zu instrumentalisieren. Die Debatte darüber, ob solche mediale Interventionen mehr Schaden als Nutzen anrichten, ist damit neu entfacht.

Die weiteren Folgen umfassen Vorwürfe, dass das ZDF und ähnliche Sender zur politischen Polarisierung beitragen. Statt Spannungen abzubauen, könnte ihr satirischer Ansatz unter dem Deckmantel des Kommentars die Gräben vertiefen.

Die Clownswelt-Affäre stellt die öffentlich-rechtlichen Sender vor neue Fragen. Während der Kanal an Abonnenten und Einnahmen gewinnt, erhalten die AfD und ihre Anhänger zusätzliche Argumente gegen die etablierten Medien. Der Fall zeigt einmal mehr, wie Versuche, Extremismus aufzudecken, mitunter das Gegenteil bewirken können.

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