Vom Kriegsversprechen zum Luxushotel: Lou Calen in Cotignac feiert Comeback
Jakob MayerVom Kriegsversprechen zum Luxushotel: Lou Calen in Cotignac feiert Comeback
Ein historisches Hotel in Cotignac, Frankreich, hat nach über zwei Jahrzehnten des Leerstands wieder seine Türen geöffnet. Das einst bei Prominenten beliebte Refugium empfängt seine Gäste nun mit neuen Luxusangeboten. Seine Geschichte begann mit einem Kriegsversprechen, das vor mehr als 80 Jahren gegeben wurde.
1944 lernte das zehnjährige Mädchen Huguette während der Befreiung von Cotignac einen amerikanischen Soldaten kennen. Er schenkte ihr als Andenken einen Ring, bevor er die Stadt verließ. Jahrzehnte später kaufte sie ein Haus im Dorf und nannte es Lou Calen – nach dem Soldaten, Lou Calen. 1972 verwandelte sie das Anwesen in ein Hotel mit Restaurant, das berühmte Gäste wie David Bowie und Pink Floyd anzog.
Huguette eröffnete zudem ein Restaurant in Palm Springs, wo sie Calen wiedertraf. Ihr Hotel in Cotignac florierte, bis es 1999 schloss. Danach stand das Gebäude über 20 Jahre lang leer.
2021 erwarb der kanadische Unternehmer Graham Porter das Anwesen und restaurierte es aufwendig. Er fügte ein Kunstzentrum, eine Bar, ein mit einem Michelin-Stern ausgezeichnetes Restaurant sowie stilvolle Gästezimmer hinzu. Ziel war es, Besucher das ganze Jahr über anzuziehen – nicht nur im Sommer.
Das wiedereröffnete Hotel lockt nun ein internationales Publikum an, wobei Amerikaner die größte Gästegruppe stellen. Huguette bleibt dem Ort verbunden: Sie veröffentlichte ein Kochbuch mit provenzalischen Rezepten und Erinnerungen. Die bewegte Geschichte des Hauses – vom Kriegsandenken zum Luxusrefugium – prägt bis heute seinen besonderen Charme.






