Stiller Gedenkmarsch in Munster ehrt die Gefallenen von Kunduz nach 14 Jahren
Tobias LehmannStiller Gedenkmarsch in Munster ehrt die Gefallenen von Kunduz nach 14 Jahren
Gedenkmarsch in Munster für die Gefallenen von Kunduz
Am Samstag fand in Munster ein Gedenkmarsch statt, um der deutschen Soldaten zu gedenken, die am 2. April 2010 an den Kämpfen gegen die Taliban in Kunduz beteiligt waren. Bei der als 14K3-Marsch bekannten Veranstaltung wurde der drei gefallenen und acht verwundeten Soldaten gedacht, die in der heftigen Schlacht ihr Leben ließen oder verletzt wurden. Rund 30 Menschen nahmen in diesem Jahr an dem Marsch teil, der von Hauptfeldwebel Friedrich Grahl organisiert wurde.
Der Name 14K3 trägt eine tiefe Symbolik: Die 14 steht für die 14 Jahre seit dem Gefecht, das K für Kunduz und die 3 für die drei Kameraden, die ihr Leben verloren. Grahl, der selbst in Litauen stationiert war, aber nicht in Afghanistan im Einsatz, führte den Marsch durch Munster an. Obwohl die Route die Fußgängerzone mied, hatten die Organisatoren gehofft, am Rathaus eine Schweigeminute abhalten zu können – ein Vorhaben, das laut Angaben von städtischen Vertretern abgelehnt wurde.
Viele der Teilnehmer hatten einen militärischen Hintergrund und brachten Erfahrungen aus Einsätzen in Litauen, Mali oder Afghanistan mit. Aktive Soldaten und Veteranen waren jedoch nicht in großer Zahl vertreten. Neben ihnen nahmen auch zivile Familien teil, die bereits an früheren Märschen teilgenommen hatten.
Grahl äußerte die Hoffnung auf mehr Anerkennung für die Soldaten und ihre Angehörigen – sowohl aus der Bevölkerung als auch von politischer Seite. Zwar war die Beteiligung in diesem Jahr überschaubar, doch sein Ziel ist es, die Veranstaltung in den kommenden Jahren deutlich auszubauen. Bis zu 500 Teilnehmer – das Zehnfache der aktuellen Zahl – sollen langfristig mobilisiert werden.
Der Marsch war eine stille, aber entschlossene Ehrung für die Betroffenen des Kunduz-Gefechts. Die Organisatoren blicken nun nach vorn und planen, die Teilnahme zu erweitern und das Bewusstsein für die Opfer der Soldaten zu schärfen. Ihr klares Anliegen bleibt: zu verhindern, dass dieser Einsatz in der Gesellschaft in Vergessenheit gerät.






