21 March 2026, 08:08

Solinger "ABC-Kurse" für Sprachförderung stoßen auf scharfe Kritik der Politik

Ein Blatt mit dem Text "Die Kinder der verschiedenen Tagesschulen werden mit Tee, Pflaumenbrot und Roastbeef und Pflaumenpudding versorgt."

Solinger "ABC-Kurse" für Sprachförderung stoßen auf scharfe Kritik der Politik

Ein vorgeschlagener Plan zur Einführung von "ABC-Kursen" in Solingen hat bei lokalen Politikern Kritik ausgelöst. Das Konzept sieht vor, Kinder mit zusätzlichem Sprachförderbedarf regelmäßig aus ihren gewohnten Kita-Gruppen herauszunehmen. Sowohl CDU als auch die Grünen äußerten Bedenken hinsichtlich möglicher Schwächen und unerwünschter Nebenwirkungen des Modells.

In den vergangenen fünf Jahren wurden ähnliche Sprachförderprogramme in Städten wie Berlin, Hamburg und Bayern umgesetzt. In Berlin erreichten Integrationskurse eine Erfolgsquote von 80 Prozent bei grundlegenden Sprachkenntnissen. Hamburgs Kita-basierte Sprachinitiativen senkten die Analphabetenrate um 15 Prozent, während das bayerische Schulprogramm 70 Prozent der Kinder innerhalb eines Jahres zu fließenden Deutschkenntnissen verhalf. Dennoch gab es auch hier Herausforderungen: So herrschte etwa in Nordrhein-Westfalen eine Personalnot mit einer Vakanzquote von 30 Prozent, und kulturelle Barrieren führten in Baden-Württemberg zu Abbrecherquoten von bis zu 25 Prozent.

In Solingen jedoch warnen Politiker, dass das neue "ABC-Kurse"-Modell die Tagesroutinen der Kinder stören könnte. Maja Wehrmann betonte, dass das Herauslösen der Kinder aus vertrauten Gruppen ihren Lernfortschritt beeinträchtigen und zu Stigmatisierung führen könnte. Jessica Schliewe ergänzte, dass Sprachentwicklung am besten in vertrauten Umfeldern gelinge, wo alltägliche Interaktionen das natürliche Lernen förderten.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Kritiker verweisen zudem auf strukturelle Probleme. Simone Lammert wies darauf hin, dass der Vorschlag ein separates Fördersystem schaffen könnte, statt bestehende Strukturen zu verbessern. Lokale Politiker fordern eine bessere Abstimmung zwischen Landes- und Kommunalbehörden. Sie plädieren für eine Überarbeitung des Plans und setzen sich für stärkere Investitionen in die bestehende Kita-Förderung ein, anstatt neue Modelle zu etablieren.

CDU und Grüne sind sich zwar über die Bedeutung früher Sprachförderung einig, lehnen den aktuellen "ABC-Kurse"-Ansatz jedoch ab. Ohne klare Angaben, wie das Modell in bestehende Systeme integriert werden soll, gestalte sich die lokale Planung schwierig. Die Debatte konzentriert sich nun darauf, bewährte Kita-Strukturen zu stärken, statt parallele Programme aufzubauen.

Quelle