Solingens Innenstadt kämpft um ihre Zukunft – doch der Masterplan fehlt noch
Tobias LehmannSolingens Innenstadt kämpft um ihre Zukunft – doch der Masterplan fehlt noch
Solingens Innenstadt steht vor ernsten Herausforderungen. Leerstehende Läden, ein schrumpfendes Warenangebot und das Fehlen von Gastronomie sowie sozialer Treffpunkte spiegeln tiefe wirtschaftliche und gesellschaftliche Probleme wider. Der Niedergang vollzog sich schleichend und hat sich über Jahre verschärft.
Lokale Entscheidungsträger haben zwar Einzelprojekte und Fachkonzepte umgesetzt, doch fehlt nach wie vor ein umfassendes Masterplan für die Zukunft des Gebiets. Walsken räumt ein, dass die Erarbeitung eines solchen Plans Jahre dauern werde, betont aber, dass der Erneuerungsprozess sofort beginnen müsse.
Sein Ansatz geht über die Innenstadt hinaus: Auch Gebiete wie die Mangenberger Straße, die Friedrichstraße und das Werwolf-Viertel müssten in die Strategie einbezogen werden. Notwendig sei ein ganzheitlicher Ansatz, der Stadtplanung, soziale Bedürfnisse, Kultur, Klima, Verkehr und Gemeinschaftsförderung vereint.
Gleichzeitig warnt Walsken vor kurzsichtigen Entscheidungen. Der Ersatz des Theater- und Konzerthauses durch eine Feuerwehrwache etwa wäre für das Viertel verheerend. Stattdessen fordert er mehr finanzielle Spielräume und einen Wechsel von isolierten Projekten hin zu einer stadtweiten Entwicklungsstrategie.
Viele Ursachen des Niedergangs liegen außerhalb Solingens Einflussbereich – etwa die Ballung zentraler Dienstleistungen in größeren Städten oder der Boom des Online-Handels. Um den Trend umzukehren, müsse die Stadt laut Walsken attraktive Bedingungen für eine moderne, mobile und gut verdienende Bevölkerungsgruppe schaffen.
Der Erneuerungsprozess erfordert sowohl schnelles Handeln als auch langfristiges Engagement. Ein Masterplan, der den gesamten Ringschluss und die umliegenden Gebiete umfasst, sei unverzichtbar. Ohne ihn droht Solingens Innenstadt weiter unter wirtschaftlichen und sozialen Druck zu geraten.
