Solingens evangelische Kirche steht vor radikaler Wende: Welche Kirchen bleiben geöffnet?
Jakob MayerSolingens evangelische Kirche steht vor radikaler Wende: Welche Kirchen bleiben geöffnet?
Tiefgreifende Veränderungen für Solingens evangelische Kirche: Weniger Mitglieder, weniger Geld, klimaneutrale Zukunft
Der evangelische Kirchenkreis Solingen steht vor weitreichenden Umbrüchen, während er sich auf eine Zukunft mit sinkenden Mitgliederzahlen und schrumpfenden Haushalten vorbereitet. Bis 2035 will die Organisation alle ihre Gebäude klimaneutral betreiben – doch der finanzielle Druck bedeutet, dass nur noch die Hälfte der aktuellen Mittel zur Verfügung stehen wird. Ein neuer Plan legt nun fest, welche Kirchen und Gemeinschaftszentren geöffnet bleiben könnten – und welche möglicherweise für immer schließen müssen.
Eine siebenköpfige Arbeitsgruppe unter der Leitung von Hartmut Hoferichter hat einen Vorschlag für die Immobilien des Kirchenkreises erarbeitet. Ihre Strategie unterteilt die Gebäude in drei Kategorien: solche, die langfristig erhalten bleiben, solche, die einer weiteren Prüfung bedürfen, und solche, die für die kirchliche Nutzung nicht mehr geeignet sind. Wie viele Gottesdiensträume tatsächlich in Betrieb bleiben, ist noch unklar, da öffentliche Unterlagen keine konkreten Standorte aufführen.
Bei einer Informationsveranstaltung am 11. Februar 2026 wird bekannt gegeben, welche evangelischen Kirchen voraussichtlich über das Jahr 2035 hinaus geöffnet bleiben. Nach einer Rückmelderunde wird die Gruppe ihre Pläne überarbeiten, bevor sie auf einer außerordentlichen Synode am 14. März 2026 zur Debatte steht. Dort werden die Delegierten über das Gebäudekonzept entscheiden.
Die finanzielle Lage ist prekär: Bis Mitte der 2030er-Jahre rechnet der Kirchenkreis mit einem Rückgang seiner Mittel um etwa 50 Prozent. Dieser Engpass zwingt zu schmerzhaften Entscheidungen über Gebäudestreichungen – und das, während die Kirche gleichzeitig teure klimaneutrale Sanierungen vorantreibt. Bis Ende 2027 müssen die endgültigen Beschlüsse über die Zukunft der Immobilien gefallen sein.
Die Veränderungen werden das evangelische Gemeinschaftsleben in Solingen grundlegend verändern – von den wöchentlichen Gottesdiensten bis hin zu langjährigen Traditionen. Angesichts schrumpfender Finanzmittel und einer kleiner werdenden Gemeinde muss der Kirchenkreis seine Nachhaltigkeitsziele mit der Realität sinkender Kapazitäten in Einklang bringen. Das Ergebnis wird entscheiden, welche Kirchen weiterhin Mittelpunkt des lokalen Lebens bleiben – und welche umgenutzt oder geschlossen werden.
Synode billigt Kirchenumbau; wichtige Entscheidungen stehen noch aus
Der Evangelische Kirchenkreis Solingen hat die Vorschläge einer Arbeitsgruppe zur Umstrukturierung seiner Gebäude offiziell genehmigt. Die Synode bestätigte Pläne, den laufenden Kirchenbetrieb aufgrund finanzieller Einschränkungen und Klimaziele auf die Hälfte zu reduzieren. Wichtige noch ausstehende Entscheidungen sind:
- Ein neues Nutzungskonzept für die Stadtkirche Mitte bis 2027.
- Eine Wahl zwischen zwei Gemeindezentren in Wald bis zum Jahresende.
- Die Lutherkirche wird reguläre Sonntagsgottesdienste bis 2030 einstellen, behält jedoch wichtige Veranstaltungen und kulturelle Aktivitäten bei.