Solingen setzt auf Dieselbusse statt auf weitere Elektrifizierung der Flotte
Miriam WeberSolingen setzt auf Dieselbusse statt auf weitere Elektrifizierung der Flotte
Die Stadtwerke Solingens haben beschlossen, 23 neue Dieselbusse anzuschaffen, statt ihre elektrische Flotte auszubauen. Damit rückt die Stadt von ihrem ursprünglichen Plan ab, das gesamte Busnetz zu elektrifizieren. Als Hauptgrund für die Entscheidung nennen die Verantwortlichen Kosteneinsparungen.
Der Stadtrat genehmigte den Kauf am 20. Februar und entschied sich dabei gegen elektrische Oberleitungsbusse. Bis zum Haushaltsjahr 2028/29 sollen durch diese Maßnahme fast sechs Millionen Euro eingespart werden. Die Kehrtwende erfolgt trotz der früheren Zusagen Solingens, alle Buslinien auf batteriebetriebene Fahrzeuge umzustellen.
Aktuell betreiben die Stadtwerke 110 Busse, darunter 59 Oberleitungsbusse, die 76 Prozent aller Betriebskilometer abdecken. Diese Fahrzeuge, hergestellt vom niederländischen Hersteller Solaris, sind teurer als herkömmliche Batterie-Elektrobusse. Zwar sind noch 24 batteriebetriebene Busse bestellt, die 2026 in Dienst gestellt werden sollen, doch für weitere E-Busse wurden keine zusätzlichen Mittel bewilligt.
Ein Sprecher der Stadtwerke betonte, dass Solingens Elektrifizierungsquote trotz der Umstellung „sehr gut“ bleibe. Dennoch stellt der Kauf der Dieselbusse eine teilweise Abkehr von der langfristigen Elektrifizierungsstrategie der Stadt dar. Die neuen Dieselbusse sollen ältere Fahrzeuge im Fuhrpark ersetzen und so kurzfristig Kosten senken. Die bestehenden Oberleitungsbusse sowie die 24 für 2026 geplanten Batterie-Elektrobusse werden weiterhin betrieben. Eine weitere Ausweitung der E-Flotte ist vorerst jedoch ausgesetzt.






