Solingen plant drastische Kita-Gebührenerhöhung – Wirtschaft warnt vor Abwanderung
Anton GüntherSolingen plant drastische Kita-Gebührenerhöhung – Wirtschaft warnt vor Abwanderung
Die Stadtverwaltung von Solingen plant eine deutliche Erhöhung der Kita-Gebühren. Der Schritt erfolgt unter der Führung von Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) und ist Teil der Politik der rot-grünen Koalition. Erste Kritik an den Plänen kommt bereits von Vertretern der lokalen Wirtschaft.
Die neuen Gebühren könnten mehr als 400 Euro pro Kind und Monat betragen. Damit reagiert die Koalition auf eine Neuausrichtung der Finanzierung von Betreuungsangeboten in der Stadt.
Gerlinde Steingruber, Vorsitzende des Solinger Mittelstandsverbands, warnte, dass die höheren Kosten Familien dazu bringen könnten, wegzuziehen. Sie verwies darauf, dass benachbarte Kommunen deutlich weniger oder sogar gar keine Gebühren für die Kinderbetreuung erheben. Marc Westkämper, ihr Stellvertreter, bezeichnete die geplante Erhöhung als „sozial ungerecht und frauenfeindlich“. Seiner Meinung nach könnte dies Frauen davon abhalten, nach der Geburt ihrer Kinder wieder in den Beruf einzusteigen.
Sowohl Steingruber als auch Westkämper üben scharfe Kritik an Oberbürgermeister Kurzbach. Statt die Gebühren zu erhöhen, solle er lieber Stellen in der Verwaltung abbauen, fordern sie. Der Mittelstandsverband, der kleine und mittlere Unternehmen vertritt, warnt zudem vor einer Verschärfung des Fachkräftemangels, falls Familien die Stadt verlassen.
Die Gebührenerhöhung könnte dazu führen, dass sich weniger Familien in Solingen niederlassen. Lokale Unternehmen befürchten dadurch einen Verlust an Arbeitskräften. Die Pläne stoßen bereits jetzt auf massiven Widerstand bei wichtigen Wirtschaftsvertretern.






