Rébecca Chaillons mutige Performance Die Parabel des Seums feiert dickere Körper auf der Bühne
Anton GüntherRébecca Chaillons mutige Performance Die Parabel des Seums feiert dickere Körper auf der Bühne
Rébecca Chaillon hat ihre neueste Performance Die Parabel des Seums bei den Wiener Festwochen im Odeon uraufgeführt. Die fast dreistündige Show erkundet das Leben und die Kämpfe dicker Menschen und verbindet persönliche Geschichten mit kühner Theatralik. Chaillon, eine bekannte Persönlichkeit der französischen Kultur, inszeniert das Stück und steht selbst auf der Bühne.
Die Performance lässt sich von den Lebensgeschichten eines Popstars und einer Astrophysikerin inspirieren, die wie Chaillon aus derselben marginalisierten Banlieue stammen. Zudem bezieht sie sich auf Octavia Butlers Roman Parabel der Säerin. Der Titel spielt mit den französischen Wörtern für „Parabel“, „Satellitenschüssel“ und „Wut“.
Sieben Schauspieler betreten die Bühne, entkleiden sich und klettern über Berge von Butter. Sie stellen Butter her, inszenieren eine groteske Version von The Biggest Loser und gestehen ungewöhnliche Essgewohnheiten. Julie Teuf reicht der Zuschauerschaft sogar Butter, lädt sie zum Kosten ein und verlost Lebensmittel.
Das Stück taucht tief in die Erfahrungen dicker Menschen ein, thematisiert ihre Wurzeln, körperliche Gewalt und das Leid am eigenen Körper. Es untersucht auch den „Glaubenszauber“ in Astrologie, Konsum und Körperformen. Die Schauspieler entschuldigen sich für ihre Körper, bevor die Vorstellung mit selbstgemachter Butter übergossen in Bodybuilder-Posen endet.
Die Show feiert den Mut und die Lebensfreude ihrer Darsteller. Sie hinterlässt beim Publikum ein eindringliches, schonungsloses Porträt von Identität, Glauben und körperlicher Selbstbestimmung. Mit dieser Performance setzt Chaillon ein weiteres kühnes Statement im zeitgenössischen Theater.






