Rauchen feiert Comeback bei jungen Deutschen – während Großbritannien radikales Tabakverbot einführt
Miriam WeberRauchen feiert Comeback bei jungen Deutschen – während Großbritannien radikales Tabakverbot einführt
Rauchen erlebt bei jungen Deutschen ein Comeback – trotz bekannter Gesundheits- und Umweltrisiken. Gleichzeitig hat Großbritannien ein radikales neues Gesetz eingeführt, um den Tabakkonsum einzudämmen: Wer nach 2009 geboren wurde, darf lebenslang keinen Tabak kaufen. Die Maßnahme sorgt für Diskussionen – die einen loben sie als gerechtfertigte Gesundheitsvorsorge, andere kritisieren sie als ungerechte Altersdiskriminierung.
Tabak blickt auf eine lange und wechselvolle Geschichte zurück. Ursprünglich diente er als rituelle Praxis bei Jäger- und Sammlerkulturen, bevor er in Europa zum Luxusgut der Elite wurde. Jahrhundertelang war Rauchen eine männlich dominierte Gewohnheit, verbunden mit Reichtum und Macht.
Im 20. Jahrhundert erhielt das Rauchen neue Bedeutungen: Männer, die zur Zigarette griffen, galten oft als intellektuell und autoritär. Raucherinnen hingegen wurden als geheimnisvoll und rebellisch wahrgenommen. Heute greifen junge Frauen in Berlin wieder vermehrt zur Zigarette – als Symbol der Emanzipation, obwohl die Sucht schwerwiegende gesundheitliche Folgen hat.
Das britische Gesetz markiert einen radikalen Kurswechsel. Es verbietet allen nach 2009 Geborenen den legalen Tabakkauf – für immer. Befürworter sehen darin einen notwendigen Schritt, um die Raucherquote zu senken. Kritiker werfen der Regierung vor, jüngere Generationen unfair zu benachteiligen und Zigaretten durch das Verbot erst recht zum begehrten Luxusgut zu stilisieren.
Großbritanniens Verbot zeigt, wie weit Staaten gehen können, um das Rauchen unattraktiv zu machen. In Deutschland hingegen erlebt der Tabakkonsum derweil ein kulturelles Revival – besonders unter jungen Frauen. Der Konflikt zwischen Regulierung und persönlicher Freiheit wird die künftigen Debatten über die Tabakkontrolle prägen.






