17 March 2026, 00:39

Ostwestfalens Brauereien kämpfen mit Rekordrückgang beim Bierabsatz

Ein Plakat, das Bier in Amsterdam bewirbt und eine Gruppe von Menschen zeigt, die Gläser und andere Gegenstände halten, sowie Text und ein Logo.

Ostwestfalens Brauereien kämpfen mit Rekordrückgang beim Bierabsatz

Brauereien in Ostwestfalen-Lippe kämpfen ums Überleben – Bierabsatz bricht weiter ein

Die Brauereien in Ostwestfalen-Lippe stecken in der Krise: Der Bierverkauf geht weiter zurück. 2025 verzeichnete Deutschland den stärksten Rückgang des Bierkonsums seit der Wiedervereinigung – ein Minus von sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Um zu überleben, setzen lokale Produzenten zunehmend auf alkoholfreie Biere und Erfrischungsgetränke.

Der Wandel weg vom klassischen Bier trifft vor allem regionale Brauereien hart. In Lübbecke und Bielefeld mussten bereits viele ihren Betrieb einstellen, weil die Nachfrage immer weiter schrumpft. Christoph Barre, Geschäftsführer der Barre-Brauerei, warnt vor weiteren Insolvenzen in der Branche, sollte sich der Trend fortsetzen.

Trotz der schwierigen Lage finden einige Brauereien Wege, sich anzupassen. Die Barre-Brauerei und die Bielefelder Braumanufaktur steigern die Produktion von alkoholfreiem Bier, das immer beliebter wird. Mike Cacic, Gründer der Bielefelder Braumanufaktur, hat sein Unternehmen sogar neu positioniert und bietet nun auch Erfrischungsgetränke an.

Interessanterweise steht der Rückgang des Bierabsatzes im Kontrast zu einer wachsenden Vorliebe für regionale Produkte. Die Brauereien in Ostwestfalen-Lippe konnten ihren Marktanteil von 45 Prozent im Jahr 2021 auf 52 Prozent im Jahr 2025 steigern. Kampagnen wie 'Regionales Bier für OWL' halfen dabei, den Anteil importierten Bieres von 30 auf 25 Prozent zu drücken. Barre setzt weiterhin auf regionale Verwurzelung und Gemeinschaftsengagement, um dem Negativtrend entgegenzuwirken.

Alkoholfreies Bier und gesündere Getränkealternativen sind mittlerweile ein zentraler Baustein für die Zukunft der Branche. Wer sich schnell anpasst, könnte überleben – wer nicht, droht zu scheitern. Der Wandel im Markt spiegelt einen größeren gesellschaftlichen Trend wider: Die Nachfrage nach traditionellem Bier lässt weiter nach.

AKTUALISIERUNG

Deutscher Bierabsatz erreicht Rekordtief im Jahr 2025

Der Absatz von deutschem Bier fiel im Jahr 2025 auf einen Rekordtiefstwert von 7,8 Milliarden Litern, was einem Rückgang von 6,0% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dies ist das erste Mal seit 1993, dass die jährlichen Verkäufe unter 8 Milliarden Liter fielen. Wichtige Details sind:

  • Ein Jahrzehnt langer Rückgang von 18,9% seit 2015 (1,8 Milliarden Liter).
  • Inlandsverkäufe sanken um 5,8% auf 6,4 Milliarden Liter.
  • Exporte sanken um 7,0% auf 1,4 Milliarden Liter, ausschließlich alkoholfreie Biere.