08 April 2026, 06:09

Nullerjahre: Als Mode mutig war und Meinungen noch ohne Filter kamen

Gruppe von Kindern in modischer Kleidung aus dem 19. Jahrhundert, die im Freien mit Bäumen und Pflanzen stehen, mit dem Text "Neueste Pariser Moden" unten.

Nullerjahre: Als Mode mutig war und Meinungen noch ohne Filter kamen

Die frühen 2000er-Jahre, oft als die Nullerjahre bezeichnet, gelten heute als eine Ära mutiger Mode, ungeschönter Meinungen und einer völlig anderen kulturellen Landschaft. Viele Aspekte dieser Zeit – von Klatsch über Prominente bis hin zu sozialen Umgangsformen – würden heute wahrscheinlich auf massive Kritik stoßen. Doch während einige Trends aus dieser Epoche ein Comeback erleben, sind andere endgültig der Vergangenheit zuzuordnen.

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Laut Forschern der Northwestern University kehrt die Mode der Nullerjahre nun zurück. Sie fanden heraus, dass Frauentrends in der Kleidung etwa alle 20 Jahre wiederaufleben. Hüfthosen mit Schlag, klobige Gürtel und Bodycon-Kleider stehen demnach vor einer Renaissance. Auch die Schauspielerin Emily Blunt erinnerte sich kürzlich wehmütig an die respektlose Unbekümmertheit der Zeit – besonders an die Haltung, die der Kultfilm "Der Teufel trägt Prada" (2006) so prägnant einfing.

Kulturell war der Ton in den Nullerjahren weit weniger vorsichtig als heute. Menschen konnten ihre Meinung frei äußern, ohne sofort mit Shitstorms in sozialen Medien oder dem sogenannten "Canceln" rechnen zu müssen. Magazine wie "Heat" zerpflückten regelmäßig das Aussehen von Stars – etwa Britney Spears' Cellulite – ohne die heutige Furcht vor öffentlicher Empörung. Persönlichkeiten wie Richard Dawkins oder Christopher Hitchens, die einst ungebremst debattierten, sehen sich heute für ähnliche Ansichten oft ausgegrenzt.

Auch die sozialen Dynamiken haben sich gewandelt. Flirtverhalten in den Nullerjahren war oft direkt, mitunter sogar aufdringlich – nicht selten gepaart mit rüpelhaftem oder herablassendem Gebaren. Heute zeigt sich Feindseligkeit eher subtil: als eisiges Schweigen oder digitale Hetzkampagnen. Jüngere Generationen, die später an die Universitäten kamen, trafen auf ein Klima, das von linksgerichteter Politik dominiert war und wenig Raum für differenzierte Diskussionen ließ. Damals fühlte sich niemand gezwungen, seine politische Gesinnung offen zur Schau zu stellen – und man konnte kontroverse Standpunkte debattieren, ohne sofort Konsequenzen fürchten zu müssen.

Die Nullerjahre stehen damit in krassem Gegensatz zur heutigen Kultur. Zwar kehren manche Modetrends zurück, doch die damlige Direktheit in Medien, zwischenmenschlichen Beziehungen und öffentlichen Debatten ist weitgehend verschwunden. Was einst als normal galt – ob in Magazinen, Streitgesprächen oder im persönlichen Umgang – unterliegt heute einem weitaus schärferen Blick und härteren Konsequenzen.

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