Landesseniorenvertretung fordert faire Renten und neues Altersbild vor Weltseniortag
Jakob MayerLandesseniorenvertretung fordert faire Renten und neues Altersbild vor Weltseniortag
Landesseniorenvertretung Nordrhein-Westfalen fordert gerechtere Renten und differenziertere Altersbilder vor dem Weltseniortag am 1. Oktober
Die Landesseniorenvertretung Nordrhein-Westfalen (LSV) hat im Vorfeld des Weltseniortags am 1. Oktober fairere Renten und einen ausgewogeneren Blick auf das Altern gefordert. Das diesjährige Motto "Ja zum Alter" unterstreicht die Notwendigkeit, den Beitrag älterer Menschen für die Gesellschaft stärker anzuerkennen.
LSV-Vorsitzender Karl-Josef Büscher betonte, dass dringend eine Rentenreform nötig sei, um Generationengerechtigkeit zu gewährleisten. Die Idee einer "Boomer-Solidaritätssteuer" wies er als provokativ zurück – nicht alle Senioren erhielten hohe Renten. Stattdessen plädiert die LSV für Reformen, die mehr Bevölkerungsgruppen einbeziehen und finanzielle Lasten gerechter verteilen.
Die Organisation forderte zudem ein realistischeres und vielschichtigeres Bild des Alterns in der Öffentlichkeit. Büscher verwies darauf, dass viele ältere Menschen weiterhin berufstätig seien, sich ehrenamtlich engagierten oder im Familienleben aktiv mitwirkten – ein Widerspruch zu Klischees über Abhängigkeit und Passivität.
Erfolgreiche Modelle aus anderen EU-Ländern zeigen alternative Wege auf: Schweden führte 1994 ein umlagefinanziertes Punktemodell (NDC-System) ein, das Leistungen automatisch an Lebenserwartung und Demografie anpasst. Die Niederlande reformierten 2015 ihr System, indem sie Umlageverfahren mit kapitalgedeckten Pufferlösungen kombinierten, um Risiken kollektiv zu tragen. Dänemark weitete in den 1990er-Jahren pflichtige betriebliche Altersvorsorge aus, die heute eine breite Absicherung und hohe Ersatzraten für Beschäftigte aller Altersgruppen garantiert.
Die Forderungen der LSV fallen in die Vorphase des Weltseniortags, der mit Veranstaltungen für finanzielle Fairness und ein positiveres Altersbild wirbt. Büschers Reformappell orientiert sich an internationalen Vorbildern, die Nachhaltigkeit und Generationengerechtigkeit priorisieren. Die Organisation setzt sich weiterhin für Politiken ein, die die fortdauernden Leistungen älterer Menschen für die Gesellschaft widerspiegeln.






