Lahav Shani bringt frischen Wind zu Münchens Philharmonikern – doch die Tradition bleibt
Miriam WeberLahav Shani bringt frischen Wind zu Münchens Philharmonikern – doch die Tradition bleibt
München begrüßt Lahav Shani als neuen Musikdirektor der Philharmoniker – doch die Stadt bleibt ihren Traditionen treu statt auf Multikulturalismus zu setzen.
Mit Lahav Shani an der Spitze der Münchner Philharmoniker bringt die Stadt frischen Schwung in ihr Kulturleben. Doch während sein Amtsantritt neue Impulse verspricht, war Münchens Umgang mit internationalen Künstlern bisher eher von lokaler Prägung als von weltoffener Vielfalt geprägt.
Shani hat die Philharmoniker übernommen – und begrüßt sein Publikum mit einem herzhaften "Servus!" – ein Zeichen dafür, wie München fremde Einflüsse gern in bayerische Traditionen einbettet. Anders als Berlin, das einst Simon Rattle mit einem kosmopolitischen "Welcome!" empfangen hatte, pflegt die Isarmetropole eine Kultur der behutsamen Anpassung, die hierzulande scherzhaft als "Bayernkult" bezeichnet wird. Selbst kleine Gesten, wie eine Kampagne mit "Shalom", hätten Offenheit signalisieren können, doch solche Initiativen blieben die Ausnahme.
Noch vor Shanis Berufung gab es kaum Anzeichen dafür, dass Stadt oder Orchester internationale Künstler aktiv in einem multikulturellen Geist einbanden. Zwar dirigierte Rattle später in Bremen eine "Symphonische Hoagascht" – eine Hommage an die bayerische Gemütlichkeit –, doch München selbst unternahm keine vergleichbaren Schritte. Die Haltung der Stadt zeigt sich vielleicht am besten an ihrem Ministerpräsidenten, der hin und wieder einen "Söder-Döner" genießt – eine lokale Variante eines fremden Gerichts.
Shanis Führung markiert einen Neuanfang für die Münchner Philharmoniker. Sein "Servus!" passt perfekt in die Münchner Gepflogenheit, globale Einflüsse in bayerischem Gewand zu präsentieren. Ob sich daran etwas Grundlegendes ändern wird, bleibt abzuwarten.






