Kulturschaffende kämpfen um Berlins künstlerische Zukunft vor der Wahl
Tobias LehmannKulturschaffende kämpfen um Berlins künstlerische Zukunft vor der Wahl
Initiative „Berlin ist Kultur“ startet Aktionswoche zur Beeinflussung des Berliner Wahlkampfs
Die Initiative „Berlin ist Kultur“ hat eine Aktionswoche gestartet, um die anstehende Wahlkampagne in Berlin kulturell zu prägen. Die Gruppe will kulturelle Themen in den Mittelpunkt rücken, während sich die Stadt auf die anstehende Wahl vorbereitet. Unter dem Motto #deinstimmfürkultur werden in Kultureinrichtungen der Stadt Plakate und Aufrufe zur Unterstützung platziert.
Oliver Reese, künstlerischer Leiter des Berliner Ensembles, kritisierte die jüngsten Kürzungen im Kulturbereich als „fehlerhaft“. Bei einem Auftritt in Paderborn erzählte er, wie das Theater sein Leben mit 14 Jahren verändert habe. Reese wies zudem auf die drohende Schließung des Atelierhauses in der Wilsnacker Straße hin – ein weiteres Zeichen für die prekäre Lage der Berliner Kulturszene.
Gabi Dan Droste, Leiter des FELD Theaters, verglich den Kampf der Theater mit dem Mythos von Ikarus und warnte vor einem Absturz durch ausbleibende Förderung. Tom Streidel, Tischler am Maxim-Gorki-Theater, äußerte sich besorgt über die Zukunft des Hauses, da sich ab Januar 2027 die Mietbedingungen ändern werden.
Die Initiative hat für politische Kandidat:innen „Wahl-Prüffragen“ eingeführt, darunter auch zu künstlerischer Bildung. In der „Berliner Erklärung“ fordert sie, mindestens drei Prozent des Landeshaushalts für Kultur bereitzustellen. Zudem werden verlässliche Förderstrukturen verlangt, um die Institutionen langfristig abzusichern. An der Veranstaltung nahmen Politiker:innen wie Katharina Marg von der Linken sowie die Grünen-Co-Vorsitzenden Ronja Losert und Bertram von Boxberg teil.
Ziel der Aktionswoche ist es, die kulturelle Dimension in den Wahlkampf zu tragen und ihre Bedeutung für Berlin zu unterstreichen. Kultureinrichtungen und Verbände schließen sich zusammen, um nachhaltige Finanzierung und politische Weichenstellungen durchzusetzen. Ihr Einsatz soll die Zukunft der künstlerischen und kulturellen Landschaft der Stadt sichern.






