Klimaproteste im Ruhrgebiet eskalieren: Thunberg unterstützt Blockaden gegen Gasindustrie
Miriam WeberKlimaproteste im Ruhrgebiet eskalieren: Thunberg unterstützt Blockaden gegen Gasindustrie
Klimaschutzaktivisten starten Protestwelle im Ruhrgebiet
Diese Woche haben Klimaschutzaktivisten im gesamten Ruhrgebiet eine Welle von Demonstrationen ausgelöst. Unter dem Motto „Zukunft statt Gas – Energiewende verteidigen“ richten sich die Proteste gegen fossile Infrastruktur, wobei am Samstag Tausende weitere Teilnehmer erwartet werden. Die schwedische Aktivistin Greta Thunberg wird an der anstehenden Großkundgebung teilnehmen und verleiht der Kampagne gegen den Ausbau der Gasindustrie damit zusätzliche Prominenz.
Die klimapolitische, antikapitalistische Allianz „Ende Gelände“ führt seit Beginn der Woche Blockaden und Demonstrationen an. In Mülheim an der Ruhr besetzten Aktivisten die Werksgleise von Europipe, dem größten Pipeline-Hersteller Europas. Weitere 200 Demonstranten störten den Schichtwechsel im Friedrich-Wilhelms-Hütte-Gießereibetrieb, ebenfalls in Mülheim gelegen.
In Gelsenkirchen blockierten Klimaschützer das Kraftwerk Scholven, das den Bau einer weiteren Gaseinheit plant. Einige montierten auf dem Geländesolarpanels, um erneuerbare Alternativen zu demonstrieren. Unterdessen zog in Hamm eine Gruppe mit einem Transparent zum Hauptbahnhof, auf dem die Enteignung von Energiekonzernen gefordert wurde.
Rechtliche Rückschläge begleiteten die Proteste: Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen bestätigte ein polizeiliches Demonstrationsverbot am Kraftwerk Gersteinwerk und schränkte damit geplante Aktionen ein. Zudem heizt die geplante Milliarde-Beteiligung des Staates an KNDS – dem Betreiber der Friedrich-Wilhelms-Hütte – die Spannungen weiter an.
Höhepunkt der Proteste wird eine Großdemonstration am Samstag sein, die der Kampagne größere Aufmerksamkeit verschafft. Mit Thunbergs Teilnahme und den anhaltenden Blockaden wollen die Organisatoren Druck auf die Politik ausüben, um fossile Gasprojekte zu stoppen. Die industriellen Investitionen der Regierung und aktuelle Gerichtsentscheidungen verleihen dem Konflikt zusätzliche Brisanz.






