Klesch Group übernimmt BP-Raffinerie in Gelsenkirchen bis 2026
Die Klesch Group hat sich darauf verständigt, die BP-Raffinerie in Gelsenkirchen zu übernehmen. Der Deal, dessen Abschluss für Mitte 2026 erwartet wird, sieht vor, dass das schweizerische Unternehmen eine der größten integrierten Raffinerie- und petrochemischen Anlagen Europas übernimmt. Die Übernahme erfolgt nach regulatorischen Genehmigungen und rechtlicher Beratung durch die Kanzlei Clifford Chance.
Die Raffinerie in Gelsenkirchen verarbeitet jährlich rund 12 Millionen Tonnen Rohöl. Sie beschäftigt etwa 2.300 Mitarbeiter und ist der zweitgrößte Ethylen-Produzent Deutschlands. In den vergangenen fünf Jahren ist die Ethylen-Produktion um etwa 15 Prozent zurückgegangen – von 1,2 Millionen auf 1 Million Tonnen pro Jahr. Gleichzeitig hielten oder steigerten konkurrierende Standorte in Antwerpen und Rotterdam ihre Produktion leicht.
Durch Umweltmodernisierungen am Standort konnten die CO₂-Emissionen um 20 Prozent gesenkt werden, unter anderem durch neue Katalysator-Technologien. Diese Verbesserungen erfüllen zwar die Vorgaben der EU-Industrieemissionsrichtlinie, bleiben aber hinter strengeren Maßstäben zurück – etwa im Vergleich zur Raffinerie Leuna von TotalEnergies, die unter den BVT-Regeln (Beste verfügbare Techniken) eine 30-prozentige Reduktion der NOx-Emissionen erreichte.
Die Klesch Group, 1990 gegründet, betreibt bereits Raffinerien in Deutschland und Dänemark mit rund 1.000 Beschäftigten. Finanzielle Details des Gelsenkirchener Kaufs wurden nicht bekannt gegeben; die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der endgültigen regulatorischen Freigabe.
Nach Abschluss des Deals wird die Klesch Group ihre Raffineriekapazitäten in Europa ausbauen. Der Standort Gelsenkirchen wird unter neuer Führung weiterhin Kraftstoffe und Chemikalien produzieren. Die regulatorischen Genehmigungen und die Übergabe des Betriebs sind für das zweite Quartal 2026 geplant.






