Innenminister verzichten auf Sofortmaßnahmen gegen Pyrotechnik in Fußballstadien
Anton GüntherInnenminister verzichten auf Sofortmaßnahmen gegen Pyrotechnik in Fußballstadien
Innenministerkonferenz verzichtet vorerst auf neue Maßnahmen gegen Stadiongewalt
Die Innenministerkonferenz (IMK) hat beschlossen, vorerst keine neuen Maßnahmen gegen gewalttätige Ausschreitungen in Fußballstadien einzuführen. Eine eigens eingesetzte Arbeitsgruppe wird entgegen ursprünglicher Erwartungen keinen Plan zur besseren Durchsetzung des Pyrotechnik-Verbots vorlegen. Die Entscheidung folgt auf jüngste Vorfälle beim DFB-Pokalfinale im Mai.
Die Arbeitsgruppe „Fußball ohne Gewalt“ der IMK kam in einem Bericht zu dem Schluss, dass keine einzelne Maßnahme oder Verantwortungsinstanz das Problem der Pyrotechnik allein lösen könne. Zwar bleibe der Umgang mit Pyrotechnik eine „große sicherheitspolitische Herausforderung“, und konsequente Sanktionen seien ein zentrales Anliegen – doch die Gruppe vertagt die Thematik auf die Herbstkonferenz, statt sofortige Schritte vorzuschlagen.
Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) zeigte sich enttäuscht über den Stillstand. Er kritisierte, dass der Schiedsrichter das DFB-Pokalfinale trotz des Abbrennens von Bengalos nicht habe abbrechen lassen. Reul forderte schärfere Kontrollen, darunter Durchsuchungen von Räumen, die von Ultra-Fans genutzt werden, sowie von Fahrzeugen von Catering-Unternehmen. Zudem verlangte er den Einsatz von Videoüberwachung, um zu verhindern, dass Gegenstände über Zäune geworfen werden.
Die IMK wird zum jetzigen Zeitpunkt keine weiteren Schritte gegen Stadiongewalt einleiten. Der Bericht der Arbeitsgruppe unterstreicht die Komplexität des Themas – schnelle Lösungen sind nicht in Sicht. Die Diskussion soll auf der Herbstkonferenz fortgesetzt werden, wo gegebenenfalls weitere Vorschläge beraten werden.






