Hitze-Stopp in NRW: Warum die Züge am Wochenende komplett stillstanden
Anton GüntherHitze-Stopp in NRW: Warum die Züge am Wochenende komplett stillstanden
Züge in Nordrhein-Westfalen stehen am Wochenende still – extreme Hitze zwingt National Express zu Fahrteinstellungen
Am Wochenende kam der Zugverkehr in Nordrhein-Westfalen wegen extremer Hitze vollständig zum Erliegen. Der Bahnbetreiber National Express musste den Betrieb vorübergehend einstellen. Betroffen waren am Samstag für mehrere Stunden sämtliche RRX-Züge, was bei Fahrgästen und Mitarbeitenden zu erheblichen Beeinträchtigungen führte.
National Express bestätigte, die Fahrten aus Sicherheitsgründen unterbrochen zu haben, um zu verhindern, dass Züge bei den extremen Temperaturen liegen bleiben. Das Unternehmen betonte, die Maßnahme sei notwendig gewesen, um sowohl Passagiere als auch Beschäftigte zu schützen.
Verkehrsminister Oliver Krischer kritisierte den Stillstand scharf und bezeichnete ihn als „inakzeptabel“. Er argumentierte, es hätten vorsorgliche Schritte ergriffen werden müssen, um einen kompletten Ausfall zu vermeiden. Krischer verwies darauf, dass der Zughersteller Siemens bereits Modelle in Länder wie Ägypten liefere, wo Temperaturen von über 40 Grad regelmäßig erreicht würden.
Er unterstrich, deutsche Konzerne müssten Technologien entwickeln, die solchen Bedingungen standhielten – insbesondere, wenn sie global vermarktet werden sollten. Moderne Züge, so Krischer, dürften selbst bei 40 Grad Celsius nicht ausfallen. Der Minister räumte ein, dass die Hitzewelle nicht nur Deutschland, sondern ganz Europa vor Herausforderungen stelle.
Der Vorfall zeigt, wie stark extreme Wetterbedingungen die Infrastruktur belasten. Während National Express mit der Betriebseinstellung größere Risiken abwenden wollte, forderte Krischer nachhaltige Lösungen, um den Zugverkehr auch bei hohen Temperaturen aufrechterhalten zu können. Als Hersteller steht Siemens dabei besonders in der Pflicht, das Problem zu lösen.
