10 May 2026, 14:12

Happel und Nocker: Zwei Theaterlegenden prägen Wiens Bühnen mit gegensätzlichen Visionen

Plakat für das Theater Sarah Bernhardt von 1909-1910, das eine Gruppe von Frauen in der Mitte mit Text zeigt, der das Theater und seine Schauspieler beschreibt.

Happel und Nocker: Zwei Theaterlegenden prägen Wiens Bühnen mit gegensätzlichen Visionen

Zwei der gefeiertsten Theaterpersönlichkeiten Österreichs, Maria Happel und Paula Nocker, sind derzeit in große Produktionen vertieft. Happel, einst zur „Österreicherin des Jahres“ gekürt, feilt am Burgtheater Wien an Der heilige Falstaff, während Nocker am Volkstheater und für die Wiener Festwochen Mythen des Alltags vorbereitet. Beide Frauen stehen seit ihrer Kindheit gemeinsam auf der Bühne – und teilen sich nun sogar ein Haus, in dem ihre Töchter nur wenige Türen voneinander entfernt wohnen.

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Ihr erster gemeinsamer Auftritt war im Alter von acht Jahren. Jahrzehnte später sind ihre Karrieren weiterhin eng mit der Wiener Theaterszene verknüpft. Happels aktuelles Werk, Der heilige Falstaff, ist die österreichische Erstaufführung eines Stücks, das von Shakespeares Heinrich IV. inspiriert ist. Unterdessen probt Nocker Mythen des Alltags, eine Koproduktion des Volkstheaters und der Wiener Festwochen.

Ihr Umgang mit Kritik könnte unterschiedlicher nicht sein. Während sich Happel aus öffentlichen Debatten zurückzieht, bezieht Nocker offen Stellung – besonders zu Themen wie der #MeToo-Bewegung, die sie als lebendig und unverzichtbar ansieht. Doch auch Happel stand bereits im Fokus der Kritik: Sie gab ihre Position als Leiterin des Reinhardt-Seminars auf, nachdem Studierende ihr vorwarfen, ihre Bedürfnisse wegen Zeitmangels zu vernachlässigen.

Abseits der Bühne überschneiden sich ihre privaten Leben. Als Nachbarinnen wohnen ihre Töchter sogar im selben Stockwerk desselben Gebäudes. Trotz ihrer engen Verbindung unterscheiden sich ihre künstlerischen Ansätze deutlich. Happel vertritt die Meinung, dass Frauen im Theater nicht einfach veraltete männliche Rollen übernehmen, sondern diese neu definieren sollten.

Beide Produktionen werden bald Premiere feiern und die ohnehin schon lange Liste ihrer Erfolge erweitern. Der heilige Falstaff von Happel und Nockers Mythen des Alltags spiegeln ihre unterschiedlichen Visionen wider – und doch eint sie ihre gemeinsame Hingabe zum Theater. Ihre Karrieren, die von Kindheitsauftritten bis zu führenden Bühnen Österreichs reichen, prägen weiterhin die kulturelle Landschaft des Landes.

Quelle