Grüner Stahl aus Australien: Mega-Projekt setzt auf Thyssenkrupp-Elektrolyseure
Tobias LehmannGrüner Stahl aus Australien: Mega-Projekt setzt auf Thyssenkrupp-Elektrolyseure
Progressive Green Solutions (PGS) hat Thyssenkrupp Nucera als bevorzugten Lieferanten für Elektrolyseure in einem großen Projekt für grüne Stahlproduktion ausgewählt. Das Vorhaben Mid-West Green Iron in Westaustralien zielt darauf ab, bis 2029 jährlich sieben Millionen Tonnen grüne Eisenpellets zu produzieren. Das Projekt setzt auf grünen Wasserstoff, der in einer neuen Elektrolyseuranlage mit einer Kapazität von 1,4 Gigawatt erzeugt wird.
PGS plant den Bau einer eigenen Elektrolysefabrik und setzt dabei auf die standardisierten 20-MW-scalum®-Module von Thyssenkrupp Nucera. Die Anlage wird mit erneuerbaren Energien aus regionaler Produktion betrieben. Bei Erfolg könnte das Projekt später auf 30 Millionen Tonnen grüne Pellets und zehn Millionen Tonnen grünes Hot-Briquetted Iron (HBI) pro Jahr ausgeweitet werden.
Das Vorhaben befindet sich noch in der frühen Planungsphase; eine finale Investitionsentscheidung (Final Investment Decision, FID) steht noch aus. Thyssenkrupp Nucera arbeitet derzeit an der Sicherung eines Engineering-, Beschaffungs- und Fertigungsvertrags (EPF) mit PGS. Allerdings rechnet das Unternehmen nicht vor dem Geschäftsjahr 2026/27 mit nennenswerten finanziellen Auswirkungen durch den Deal.
Die ersten Exporte sind für 2029 geplant. Durch den Umstieg auf grünen Wasserstoff strebt PGS eine Reduzierung der CO₂-Emissionen um 90 Prozent im Vergleich zu herkömmlichen Stahlherstellungsverfahren an.
Das Mid-West Green Iron-Projekt stellt einen bedeutenden Schritt in der kohlenstoffarmen Stahlproduktion dar. Bei vollständiger Umsetzung könnte es jährlich Millionen Tonnen grüner Eisenprodukte liefern. Der Erfolg des Vorhabens hängt jedoch noch von der Erteilung der endgültigen Genehmigungen und der Hochskalierung der Elektrolyseur-Kapazitäten ab.






