08 June 2026, 12:11

GLS Bank in der Kritik nach Kontoschließungen für DKP und Rote Hilfe

Selbstkritik im Aufsichtsrat der Genossenschaftsversammlung

GLS Bank in der Kritik nach Kontoschließungen für DKP und Rote Hilfe

GLS Bank gerät nach Kontoschließungen für DKP und Rote Hilfe unter massiven Druck

Die GLS Bank sieht sich heftiger Kritik ausgesetzt, nachdem sie angekündigt hatte, Konten der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) und der Gefangenenhilfsorganisation Rote Hilfe zu schließen. Tausende unterzeichneten einen offenen Brief, in dem sie die Bank aufforderten, ihre Entscheidung rückgängig zu machen – mit der Warnung, andernfalls drohe ein massiver Vertrauensverlust in der Öffentlichkeit.

Der Streit eskalierte auf der Generalversammlung der Bank in Bochum, wo Mitglieder unter Protesten und politischer Beobachtung über das Vorgehen diskutierten.

Auslöser des Konflikts war die Mitteilung der GLS Bank an DKP und Rote Hilfe, dass deren Konten gekündigt würden. Die Bank berief sich dabei auf gesetzliche Verpflichtungen im Rahmen der Geldwäschebekämpfung und Terrorismusprävention, die verdächtige Transaktionen meldepflichtig machen. Kritiker warfen der Bank jedoch politische Voreingenommenheit vor. DKP-Bundesgeschäftsführer Klaus Leger sprach von „vorauseilendem Gehorsam“ gegenüber den Behörden.

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Die Proteste nahmen schnell an Fahrt auf. In einem offenen Brief, unterstützt von Tausenden Unterschriften, wurde die GLS Bank aufgefordert, ihre Entscheidung zu überdenken – mit dem Argument, die Schließungen würden ihren Ruf als ethische Bank beschädigen. Unter dem öffentlichen Druck blieb das Konto der Roten Hilfe schließlich erhalten, und die Sparkasse Göttingen wurde gerichtlich verpflichtet, ihre Dienstleistungen für die Organisation aufrechtzuerhalten.

Auf der Generalversammlung in Bochum wurde der Vorstand der Bank mit 676 von 720 anwesenden Mitgliedern bestätigt. Der ehemalige grüne Vizekanzler Robert Habeck nahm als Gast an der Veranstaltung teil, die Teil eines Nachhaltigkeitsfestivals war, äußerte sich jedoch nicht direkt zum Streit. Die GLS-Führung betonte erneut, dass die Entscheidung rein regulatorisch und nicht politisch motiviert gewesen sei.

Als Reaktion auf die Kontoschließungen kündigte die DKP an, zu den öffentlichen Sparkassen zu wechseln, die gesetzlich verpflichtet sind, Konten anzubieten. Die GLS Bank ihrerseits führte Gespräche mit betroffenen Kunden und bot Beratung an, um Transaktionen zu vermeiden, die regulatorische Warnmeldungen auslösen könnten.

Trotz der Betonung, lediglich gesetzliche Vorgaben zu erfüllen, steht die GLS Bank weiterhin in der Kritik. Die DKP hat die Geschäftsbeziehung beendet, während die Rote Hilfe ihre Konten vorerst behalten darf. Der Fall zeigt die anhaltenden Spannungen zwischen finanziellen Regulierungsvorgaben und den Erwartungen politisch engagierter Kunden auf.

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